Kriselnde Fluglinie
Neuer Manager soll Air Berlins Abwärtstrend stoppen

Air Berlin hat einen neuen Top-Manager für die Streckenplanung engagiert. Wolfgang Prock-Schauer soll vor allem das interkontinentale Geschäft ausbauen. Wenn es gut läuft, könnte für den neuen Mann noch mehr drin sein.
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FrankfurtAir Berlin will die festgefahrene Sanierung mit der Neuberufung eines Top-Managers wieder in Gang bringen. Neu an Bord ist ab Oktober Wolfgang Prock-Schauer, der bereits seit Jahrzehnten in der globalen Luftfahrtbranche arbeitet und nun bei Air Berlin die Streckenplanung übernimmt.

„Die Netzwerkplanung ist eine der größten Baustellen im Unternehmen“, sagt Sebastian Hein, Analyst beim Bankhaus Lampe, am Freitag. Das Unternehmen habe bereits seit einem Jahr das Netz ausgedünnt, doch habe das bislang nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Eine der größten Aufgaben von Prock-Schauer sei es zudem, das Interkontinentalgeschäft auszubauen. „Problematisch ist, dass das Geld fehlt, um die Expansion auf der Langstrecke voranzutreiben“, sagt der Analyst. Auf den Verbindungen lasse sich gutes Geld verdienen. Der Airline fehlt bislang die gesunde Mischung aus Kurz- und Langstrecke. „Air Berlin sitzt strategisch zwischen den Stühlen“, sagt Hein.

Zuletzt rutschte der Lufthansa-Konkurrent immer tiefer in die roten Zahlen. Im zweiten Quartal weitete sich der Nettoverlust auf 66,2 Millionen Euro aus nach einem Fehlbetrag von 43,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig schwand die Kapitaldecke, die Eigenkapitalquote, auf vier Prozent – aus Sicht von Analysten ein „kritisches Level“. Seitdem wächst der Druck auf Firmenchef Hartmut Mehdorn, sein Amt früher als geplant abzugeben. Sein Vertrag läuft noch bis Ende 2013, die Suche nach einem Nachfolger ist bereits in Gang.

Vor diesem Hintergrund lässt die neue Personalie Branchenexperten aufhorchen: Prock-Schauer könnte bei Air Berlin zu Höherem berufen sein als nur zur Planung des Flugnetzes. Genug Erfahrung hat der Österreicher. In einem Interview sagte er vor zwei Jahren, dass er von seinen 30 Jahren in der Luftfahrtbranche allein 20 Jahre mit Krisen der einen oder anderen Art zutun gehabt hätte. So managte er den Beitritt von Austrian Airlines zur Star Alliance, später war er sogar Chef des Luftfahrtbündnisses. Danach ging er nach Indien und lenkte den Expansionskurs von Jet Airways. Der jüngste Job war der schwerste: Für die Lufthansa sollte er die damalige Tochter BMI wieder flottmachen. Das Vorhaben scheiterte allerdings, die verlustträchtige britische Fluglinie wurde schließlich verkauft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kriselnde Fluglinie: Neuer Manager soll Air Berlins Abwärtstrend stoppen"

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  • Früher mal war AirBerlin eine seriöse Gesellschaft.
    Wer aber Kunden bereits gebuchte Linienflüge die Destinationen einfach wegstreicht, der ist doch nicht mehr tragbar.

    Und zum Thema, Codesharing mit Air-France, -- wer ist denn erpicht auf französische Runterfall-gesellschaften. AirFrance hat immer schon an der Sicherheit gespart.

  • Der Abwärtstrend bei BMI hat Herrn Prock-Schauer auch NICHT stoppen können. Warum sollte Er jetzt schaffen. Ausserdem hätte BMI ein Besseren Ausgang Position als Air Berlin wenn man die beiden Airlines überhaupt vergleichen können. Ich bin sehr gespannt was den neuen Vorstand ausrichten soll. Übergins diese schritt, wirft sicherlich ein neue schatten über den vor kurzem einbestellten neuen Air Berlin CCO.

  • offenbar ein wenig zuviel Vukan-Asche in den Triebwerken angesaugt ? man fliegt auch nicht so einfach los, wenn Mama Frau Bundeskanzler per Kutsche nach hause fahren mus :-)

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