Kriselnder Baumarktriese
Praktiker steht vor dem großen Showdown

Im Ringen um den angeschlagenen Baumarktriesen Praktiker sind die Fronten verhärtet: Investoren fordern ein neues Konzept für den Konzern, das der Vorstand strikt ablehnt.
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Düsseldorf, WienBei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker rückt eine Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens immer näher. Spätestens auf der Hauptversammlung im Juni wird es zum Showdown zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und zwei der größten Aktionäre kommen. Es geht darum, wer bei Praktiker künftig das Sagen hat und welches Sanierungskonzept beschlossen wird.

Es sind die österreichische Privatbank Semper Constantia und das mit ihr verbündete zypriotische Investmentvehikel Maseltov, die seit einiger Zeit Druck machen. Die Investoren möchten, dass die höher positionierte Konzerntochter Max Bahr, die nicht wie Praktiker verstärkt auf den Preis, sondern auf Qualität und Service setzt, die zentrale Vertriebsschiene wird. "Wir wollen ein stärkeres Gewicht legen auf die Marke, die noch läuft. Und das ist eben Max Bahr", sagte Isabella de Krassny, Fondsmanagerin bei Semper Constantia, dem Handelsblatt.

Zusammen halten die Investoren rund um das Wiener Institut etwa 15 Prozent und haben dafür gut zehn Millionen Euro investiert. Zu den größten Aktionären zählt inzwischen aber auch die US-Investmentbank Goldman Sachs. Sie überschritt neulich die Meldeschwelle von fünf Prozent. Praktiker, die Nummer drei unter Deutschlands Baumärkten hinter Obi und Bauhaus, hat ansonsten eine stark zersplitterte Aktionärsstruktur mit hohem Streubesitz.

De Krassnys Konzept sieht vor, dass der Umsatzanteil der Max-Bahr-Märkte in den kommenden drei Jahren von derzeit rund 33 auf mehr als 55 Prozent ansteigt. Dazu sollen Praktiker-Märkte, von denen es 234 in Deutschland gibt, auf das Konzept von Max Bahr umgestellt werden. Inzwischen hat die kriselnde Baumarktkette bereits damit begonnen, die ersten Praktiker-Märkte dicht zu machen. Wie viele insgesamt geschlossen werden, ist noch unklar. 30 Filialen gelten als unrentabel.

Max Bahr kommt ursprünglich aus Hamburg und ist mit seinen 78 Märkten deshalb traditionell stärker in Norddeutschland vertreten, soll aber künftig weiter nach Süden vorrücken. Praktiker will de Krassny als Discount-Marke positionieren. Das Unternehmen selbst wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

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  • Der Vorstand wird sich nie von den 20,25% Aktionen trennen,dazu ist es zu eingefahren.Viele Köche verderben den Brei.Praktiker auf Max Bahr zu trimmen wird in die Hose gehen,weil Kunden auf Praktiker "billig" reagieren wie Trüffelschweine Prozente erschnüffeln.Das furchtbare an sich: Alles auf den Rücken der noch wenigen Mitarbeiter auszutragen,die schon wie Hamster im Rad sich drehen.Eine Struktur, kann man nur mit Personal bedienen, und das hat Praktiker definitiv nicht.

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