Krisengipfel zum Verkauf der Supermarktkette: Wie viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel?

Krisengipfel zum Verkauf der Supermarktkette
Wird Kaiser’s Tengelmann jetzt zerschlagen?

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Wie viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel?

Was passiert, wenn es heute keine Einigung gibt?

Am morgigen Freitag findet die turnusmäßige Aufsichtsratssitzung von Kaiser’s Tengelmann statt. Dort wird dann Haub einen Plan vorlegen, der Szenarien für eine Zerschlagung des Unternehmens enthält. Hinauslaufen wird es darauf, dass Dutzende Filialen geschlossen und mehrere tausend Arbeitsplätze abgebaut werden. Da Haub Eigentümer ist, braucht er keine Zustimmung des Aufsichtsrats für die Pläne. Auch den Kaufvertrag mit Edeka hat er ohne Zustimmung der Aufsichtsräte geschlossen.

Wie viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel?

Als vor zwei Jahren der Kaufvertrag zwischen Tengelmann und Edeka geschlossen wurde, hatte Kaiser’s Tengelmann 451 Filialen und rund 16.000 Mitarbeiter. In der Zwischenzeit wurden zahlreiche Märkte geschlossen, deren Mietverträge ausgelaufen sind, so dass es zum Ende dieses Jahres nur noch gut 400 Läden sein werden. Damit sind auch schon viele Arbeitsplätze verloren gegangen. Außerdem sind zahlreiche Mitarbeiter wegen der ungeklärten Situation zu Wettbewerbern gewechselt.

Gibt es noch eine juristische Möglichkeit, die Fusion durchzusetzen?

Gabriel, Edeka und Tengelmann haben beim BGH Beschwerde gegen den Stopp der Ministererlaubnis eingelegt. Ob die angenommen wird, entscheidet der BGH  am 15. November. Einen Tag später beginnt die Hauptverhandlung vor dem OLG Düsseldorf über die Beschwerden von Rewe, Markant und Norma gegen die Ministererlaubnis. Außerdem haben Tengelmann und Edeka gegen die Untersagung des Kartellamtes geklagt.

Warum wartet Haub diese Verfahren nicht noch ab?

Zum einen hat er kaum noch Hoffnung, dass die Gerichte in seinem Sinne entscheiden werden. Außerdem läuft ihm die Zeit davon. Das Unternehmen produziert mittlerweile jeden Monat zehn Millionen Euro Verluste. Und es wird wegen der Abwanderung von Mitarbeitern immer schwieriger, den Betrieb aufrechtzuerhalten.

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

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  • Solange die Menschen im stationären Handel einkaufen bedarf es Mitarbeiter. Wenn in Deutschland eine Supermarktkette verschwindet werden die meisten Standorte übernommen und die Mitarbeiter bekommen einen anderen Kittel. Die Standorte die verwaist bleiben wären vermutlich ohnehin irgendwann aufgegeben worden. Insofern ist das Arbeitsplatzargument kurzsichtig und vorgeschoben.

    Vom Wettbewerbsgedanken wäre es grossartig wenn es neben Edeka, REWE, ALDI (NORD, Süd), Lidl und METRO noch einen weiteren Wettbewerber gäbe. Ideal wäre ein richtiger Harddiscounter (500 Artikel, braune Kartons, enge Gänge) der den ziemlich eingeschlafenen Preiswettbewerb wieder in Gang bringt.

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