Krisenmanager im Vorstand
Führungswechsel bei Werkstattkette ATU

Die Abwrackprämie brachte die Autowerkstattkette ATU in Schwierigkeiten. Nun soll eine neue Führung das Unternehmen aus der Krise führen. Der bisherige Chef Michael Kern muss seinen Posten räumen.
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WeidenDie angeschlagene Autowerkstattkette ATU tauscht nach einem schwierigen Umbauprozess ihren Vorstandschef aus. Der bisherige Chef Michael Kern werde den Posten räumen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Weiden in der Oberpfalz mit. Nachfolger wird zum 1. Juli der bisherige Geschäftsführer des Personalressorts, Manfred Ries (47). 

Der frühere VW-Manager Kern hatte die Geschäfte seit März 2008 geführt. In dieser Zeit schlug ATU nach jahrelangem Umsatzrückgang einen harten Sanierungskurs ein und strich rund 2000 Arbeitsplätze. 2009 machte die Abwrackprämie für Altautos ATU zu schaffen, da die ATU-Werkstätten traditionell eher von Besitzern älterer Autos angesteuert werden, von denen es seitdem weniger gibt. Zudem leidet das Unternehmen noch immer unter einer hohen Schuldenlast. Anfang des Jahres summierten sie sich auf 473 Millionen Euro. 

Etwa 13.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2010 einen Umsatz von etwa 1,28 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis unterm Strich lag bei 285 Millionen Euro - nach einem Verlust von 72 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings schaffte ATU hauptsächlich durch eine Stützungsaktion des Eigentümers, des Finanzinvestors KKR, wieder schwarze Zahlen. 

Der neue ATU-Chef Ries gehört der Werkstattkette seit 2002 an und verantwortete seit 2004 als Geschäftsführer das Personalressort. Bereits 2007 und 2008 hatte er ATU mehrere Monate lang geführt. Neu in die Geschäftsführung der Gruppe wurde Christian Schmitz berufen. Er ist künftig unter anderem fürs Marketing zuständig. Christian Sailer (39) bleibt Finanzchef.

Ries kündigte an, alles daran zu setzen, um das nachhaltige Wachstum von ATU zu stärken. „Besonders durch den Ausbau der neuen Geschäftsfelder Flottenmanagement und E-Commerce kann unser Unternehmen weitere Potenziale ausschöpfen.“ Ries sei ein sehr erfahrener Manager, sagte Aufsichtsratschef Reinhard Gorenflos. „Wir verfolgen das Ziel, das Geschäft mit nachhaltigem Wachstum in den nächsten Jahren auszubauen.“ 

ATU betreibt rund 650 Filialen in Deutschland, Österreich, Tschechien, den Niederlanden, Italien und der Schweiz.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auf Ries reimt sich nicht umsonst Mieß, der hat viele Langjährige Mitarbeiter auf dem Gewissen, bin aber froh, nicht mehr bei der bilig Firma zu arbeiten, habe es jetzt viel besser, ATU = ALLE TOTAL UNFÄHIG

  • Bei ATU wurde auch das Können und Wissen entsorgt. Preise werden nicht mehr eingehalten, Versprechungen gemacht mit dem Ergebnis: Sie müssen zur Fachwerkstatt, können wir nicht machen, aber der Preis muss bezahlt werden, voll. Ölwechsel nur nach Voranmeldung. Reifenkauf: Wie alt sind sie(Kunde), ohne Alter kein Angebot.

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