Krisenstimmung
Osteuropa droht ein Airline-Sterben

Nach jahrelangem Missmanagement stehen viele Staatsairlines in Osteuropa vor dem Aus. Nun muss die polnische LOT Staatshilfe beantragen. Andere brauchen dringend Investoren, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können.
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Budapest/Warschau/TallinnDas Katastrophenjahr der osteuropäischen Luftfahrt begann mit einem Todesstoß aus Brüssel. Am 3. Februar entschied die EU-Kommission, dass Malev, die ungarische Staatsairline, ihre Staatshilfe zurückzahlen muss. Nach 66 Jahren musste die Fluggesellschaft darum ihren Betrieb einstellen – Insolvenz. Es war der Auftakt für eine Krise, die Osteuropas Airlines bis heute nicht losgelassen hat - und die sich im kommenden Jahr noch verschärfen könnte.

Vom Balkan bis ins Baltikum leiden die Airlines unter den Folgen der Schuldenkrise und den staatlichen Sparprogrammen. Zusätzlich belasten die hohen Spritpreise die Bilanzen. Nirgendwo ist die Krise so sichtbar wie in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Nach der Pleite von Malev sanken die Passagierzahlen in der ungarischen Hauptstadt um 36 Prozent.

Bis heute sind immer noch ein Dutzend Routen - von Belgrad bis Damaskus - unbesetzt, „Derzeit können wir uns nicht als Knotenpunkt bezeichnen“, sagt selbst Mihaly Hardy, ein Sprecher des Flughafens. Die irische Billigairline Ryanair, die sich nach der Malev-Pleite mit einer neuen Basis zum Retter für Budapest aufgeschwungen hatte, verkündete zuletzt, den Flugplan in der ungarischen Hauptstadt um 40 Prozent zu kürzen.

Anderen Airlines geht es noch schlechter: „Unter normalen Marktbedingungen würde keine der staatlichen Airlines heute noch fliegen”, sagt Jozsef Varadi, Chef der Airline Wizz Air. Osteuropas größte Billigairline hält die staatlichen Fluggesellschaften für “sehr verletzlich”. Ihnen fehle es an Größe und Marktmacht. „Bisher wurden sie durch die Regierungen gerettet. Die Frage ist, wie lange das noch funktioniert.”

Auch die polnische LOT kann nur noch durch staatliche Hilfe überleben. Die EU-Kommission bestätigte am Dienstag, dass Polen eine staatliche Beihilfe in Brüssel zur Genehmigung angemeldet habe. Um welchen Betrag es geht, ist noch offen.

„Die Fluggesellschaften zahlen nun den Preis für ihr finanzielles Missmanagement”, sagt auch Tomas Mencik, Airline-Analyst bei Cyrrus AS. „Die Regierungen, die bisher aus Prestigegründen Geld in die Airlines gepumpt haben, sind nun selber klamm und keine private Fluggesellschaft ist bereit einzuspringen, solange das Geschäftsmodell keinen Sinn macht”.  

Auch in Tschechien wachsen die Probleme. Die Staatsairline CSA strich zuletzt die Flüge von Prag nach Belgrad, Zagreb und Ljubljana. Und auch die Verkaufsgerüchte reißen nicht ab. Die tschechische Regierung hatte zuletzt erneut beteuert, nach einem Käufer für die Staatsairline zu suchen. 2009 war ein Verkauf gescheitert.

Neben einer stärkeren Fokussierung auf den russischen Markt will die Airline auch ihr Angebot in Asien ausbauen. In den Sommerflugplan wurde auch Seoul aufgenommen. Auch ihr Code-Sharing-Programm mit der arabischen Airline Etihad wollen die Tschechen fortsetzen. “Unser Ziel ist es, mehr Flüge in Asien anzubieten, aber dafür brauchen wir einen Partner”, sagt CSA-Chef Moreels. Zuletzt hatte Korean Air über ein Angebot für CSA nachgedacht. Konkret ist aber noch nichts.

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  • Auch hier greifen wieder die Mechanismen der freien Marktwirtschaft. Weg vom Markt, bitte nicht weiter totsubventionieren und Platz machen für die Marktteilnehmer, die es besser können!

  • @karstenberwanger

    ich war drinnen, und...?

  • bitte lassen sie den leser nicht erst soweit fahren/fliegen. schildern sie ihr erlebtes doch bitte.

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