Kritik an Planungsbüro
Flughafenchef bezeichnet Planungsunterlagen als „Desaster“

Der Streit um den neuen Hauptstadtflughafen geht in die nächste Runde: Nach Kündigung des langjährigen Planungsbüros tritt Flughafenchef Schwarz nach. Die Unterlagen des Planungsbüros seien ein "Desaster" gewesen.
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BerlinDer Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz hat die Trennung vom langjährigen Planungsbüro für den Hauptstadtflughafen verteidigt. Bei Übergabe der Planungsunterlagen nach der Kündigung im Mai habe sich „erst das Desaster gezeigt“, sagte Schwarz am Freitag in Schönefeld. Die Unterlagen hätten „nicht ansatzweise die Qualität“ besessen, die für eine schnelle Fertigstellung des Flughafens nötig gewesen wäre. Kritiker sehen in der Kündigung der Planungsgesellschaft PG BBI einen Grund für die derzeitigen Schwierigkeiten beim Weiterbau.

„Der Aufsichtsrat und Schwarz waren schlecht beraten, als erstes das Planungsbüro herauszuwerfen“, sagte der Grünen-Bauexperte im Abgeordnetenhaus, Andreas Otto, bei derselben Veranstaltung des Luftfahrt-Presse-Clubs. Die Absage der Flughafeneröffnung nur vier Wochen vor dem Termin am 3. Juni sei „bis heute nicht richtig erklärt worden“. Die kritischen Themen wie die Installation der Brandschutzanlage, die schließlich zur Terminabsage führte, hätten dem Flughafen-Aufsichtsrat schon im Dezember 2011 auf dem Tisch gelegen. „Aber man hat nicht die richtigen Schlüsse gezogen“, sagte Otto.

Der Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld soll nach dreimaliger Verschiebung am 27. Oktober 2013 eröffnet werden. Auf die Frage, wie sicher das sei, verwies Schwarz auf jüngste Äußerungen des Regierenden Bürgermeisters und Aufsichtsratschefs Klaus Wowereit (SPD), es gebe „keinen Grund, den Termin infrage zu stellen“.

„Trotzdem kann es nach den Erfahrungen, die wir gemacht haben, in den nächsten Monaten weitere Irritationen und Indiskretionen geben“, sagte Wowereit der „Berliner Zeitung“ (Freitag). Von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erwarte er „ein konstruktives Verhalten“, das in der Vergangenheit nicht immer vorhanden gewesen sei. „Der Bund ist mit 26 Prozent beteiligt, keine Entscheidung wird ohne ihn getroffen. Insofern erwarte ich auch, dass Entscheidungen von allen getragen werden und parallel nichts anderes kommuniziert wird.“

Flughafen-Technikchef Horst Amman hatte am Dienstag nach einem Treffen mit den Gesellschaftern versichert: „Der Eröffnungstermin 27. Oktober 2013 steht, er ist aber kein Selbstläufer.“ Für die Bauprobleme mit der Brandschutzanlage gebe es Lösungen. Einige der notwendigen Umbauten müssten aber noch von der Baubehörde genehmigt werden.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Alle anderen sind Schuld, nur nicht der Verantwortliche, in diesem Fall Schwarz.

  • Wo ist der Projektsteuerer???
    Bei allen bisherigen Berichten war nirgendwo etwas vom Projektsteuerer bzw. vom Projektmanagement zu lesen.
    Üblicherweise kontrolliert der Projektsteuerer das magische Dreieck: Kosten - Termine - Qualitäten. Aus Sicht des Bauherrn ist dies die wichtigste Funktion.
    Sollte etwa der Projektsteuerer unter dem Dach des Generalplaners bzw. der Planungsgesellschaft PG BBI angesiedelt gewesen sein? Dann war die Katastrophe komplett und das Desaster vorprogrammiert. Das Projektmanagement ist die Schaltstelle, angesiedelt zwischen Bauherr und Generalplaner und gehört in die Hände eines professionellen und unabhängigen Projektmanagementbüros, das ausschliesslich dem Bauherrn gegenüber verantwortlich ist und alle Defizite hinsichtlich Kosten, Terminen und Qualitäten rechtzeitig erkennt und dem Bauherrn Gegenmassnahmen empfiehlt.

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