Kritik an Privatisierungsplänen
Airlines fürchten Mehrkosten bei Flugsicherung

Die führenden deutschen Fluggesellschaften haben die geplante Privatisierung der bislang bundeseigenen Deutschen Flugsicherung (DFS) kritisiert. Besonders die Pensionsverpflichtungen machen den Airlines Angst.

HB BERLIN. Die Airlines halten den Verkauf von knapp 75 Prozent an der Deutschen Flugsicherung (DFS) an private Eigner zwar grundsätzlich für richtig, lehnen aber wichtige Elemente des Planes ab. Sie werfen dem Bund vor, er wolle lediglich abkassieren und tue gleichzeitig zu wenig, die Überwachung des Luftverkehrs in und über Deutschland durch die DFS-Fluglotsen effektiver und kostengünstiger zu machen.

Die Fluggesellschaften befürchteten, dass im Zuge der Privatisierung auf sie und damit auf die Passagiere erhebliche Mehrkosten zukämen, sagte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold als Präsident des neu formierten Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) am Montag in Berlin. „Die Bundesregierung will mit dem Verkauf offensichtlich nur Kasse machen“, warf der Verbandschef der Regierung vor. Es fehlten konkrete Maßnahmen, die Flugsicherung mit 5 000 Beschäftigten effizienter zu machen. Stattdessen sollten den Mitarbeitern 15 Jahre lang jährlich drei Prozent mehr Gehalt garantiert werden. „Das gibt es in keinem Unternehmen“, sagte Hunold.

Die Fluglinien, die selbst im Rahmen eines Bieterkonsortiums bei der Flugsicherung einsteigen wollen, stoßen sich insbesondere an 1,2 Mrd. Euro Pensionsverpflichtungen. Diese sollen auf die neuen Eigentümer übergehen und machen zusätzliche Rückstellungen notwendig. Die Fluggesellschaften fordern laut Hunold, dass der Bund die Pensionszusagen übernehmen müsse, ähnlich wie bei früheren Privatisierungen von Bahn und Post. Bislang ist geplant, für Rückstellungen bei der DFS im nächsten Jahr die Flugsicherungsgebühren um fast 13 Prozent zu erhöhen.

Das Verkehrsministerium wies die Kritik zurück. „Die polemischen Vorwürfe des BDF sind unzutreffend“, sagte ein Sprecher. Es gehe der Regierung darum, die DFS für die Neuordnung der Flugsicherungen in Europa in eine gute Position zu bringen. Die Rückstellungen seien nach EU-Vorgaben völlig unabhängig von der Privatisierung notwendig.

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