Kritik an Rügenwalder: „Fressig ist prollig“

Kritik an Rügenwalder
„Fressig ist prollig“

„Deftig, lecker, fressig“, so beschrieb der Wurstfabrikant Rügenwalder Mühle seine Pommersche Wurst. Für „fressig“ musste sich das Unternehmen im Netz herbe Kritik anhören – und legt den Spot nun neu auf.
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Düsseldorf„Nussig“ oder „herzhaft“ – das sind Worte mit denen Werber gerne mal Wurst beschreiben. „Fressig“ gehörte bislang nicht in die Werbesprech-Palette. Die Rügenwalder Mühle verwendete das Wort jedoch im Werbespot für ihre Pommersche Wurst. Darin schwärmt Fleischermeister Jörg Albers „deftig, lecker, fressig“. Doch die Begeisterung des Angestellten für die Streichwurst können Fans im Netz so gar nicht teilen. Dabei geht es gar nicht um das Produkt, sondern die Beschreibung. Im Fokus: das Wort „fressig“. Neben Beschwerdebriefen, hagelt es auch auf der Facebook-Seite des Unternehmens Kritik für diese Wortneuschöpfung.

Nutzer Alexander No findet: „Welches Werbegenie hat sich den dieses Wortgebilde einfallen lassen oder besser gesagt welcher Werbeabteilungschef lässt sowas im TV laufen? Alles aber auch nichts ist vermöglichbar?“. Auch Nutzer Hardy S. meint:  „Fressig ist ein echter Griff daneben, passt absolut nicht zum bisherigen Image, das ich von euch hatte. thumbs down für dieses Unwort. Oder soll das `Fress ich` heissen?“ Auch auf Twitter macht das Wort die Runde. HaarFestTiger meint: „Jedes Mal zucke ich zusammen, wenn der Leberwurstmann das im Fernsehen sagt“. Auch der Blogger und Ernährungswissenschaftler Dr. Friedhelm Mühleib findet „fressig“ so gar nicht zum Anbeißen. Auf seinem Blog „Tellerrand“ schreibt Mühleib: „Fressig klingt nach fressen, vollgefressen, überfressen, gefrässig“ und „es klingt einfach nur prollig“. Er schließt mit den Worten: „Schneidet das letzte Wort aus Eurem Spot“.

 

Diesem Wunsch ist Rügenwalder jetzt nachgekommen und hat „fressig“ aus dem Spot geschnitten, der mittlerweile auch im Fernsehen läuft. Anstelle des ungeliebten Wortes sagt Fleischermeister Albers jetzt: „Die mögen einfach alle.“ Bei Facebook kommentierte das Unternehmen diesen Schritt so: „Liebe Fans, wir nehmen eure Kritik ernst und haben uns deshalb dazu entschieden, das Ende des neuen Pommersche-Werbespots abzuändern.“ Rügenwalder steht damit in einer Reihe von Unternehmen, die Kundenprotest aus dem Netz nachgegeben haben. Henkel veränderte die Farbgestaltung seines Toilettenreinigers Bref, Bahlsen verwarf die Idee, keine Weihnachtsplätzchen mehr zu backen. Und so endet die Karriere von „fressig“ als Werbewort schon kurz nach seiner Erfindung.

Kommentare zu " Kritik an Rügenwalder: „Fressig ist prollig“"

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  • ////Henkel veränderte die Farbgestaltung seines Toilettenreinigers Bref***

    Naja, der sah ja auch aus wie die Nationalflagge der Ukraine.

    Aber alles kann man nicht überprüfen. So kann schonmal das Design eines WC-Reinigers der Nationalfarbe des neuen Absatzmarktes gleichen. Griff ins Klo halt. Wie man so sagt.

    Mit der Wurstwerbung sieht das anders aus.
    Geschmacklos, wie auch das beworbene Produkt.



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