Kritik aus den Ländern
Bahn verteidigt Preiserhöhungen

Die Länder haben nicht mit Kritik an der neuerlichen Preiserhöhungsrunde der Bahn für Nah- und Fernverkehr gespart. Bahn-Vorstand Karl-Friedrich Rausch hat den Plan verteidigt und sich zuversichtlich gezeigt, das Vorhaben durchzusetzen.

HB BERLIN. „Wir haben unseren Antrag gestellt. Wir werden im Nahverkehr wie im Fernverkehr durch die gestiegenen Energiepreise getroffen“, sagte das für Bahn-Personenverkehr zuständige Vorstandsmitglied am Mittwoch in der ARD. „Und ich bin guter Hoffnung, dass auch die Genehmigung für den Nahverkehr kommen wird, weil wir uns am unteren Korridor dessen bewegen, was die anderen Verbünde an Preiserhöhungen geplant und teilweise schon durchgesetzt haben.“ Die Bahn muss die Erhöhungen im Nahverkehr von den Bundesländern genehmigen lassen.

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Axel Horstmann (SPD) kündigte wie zuvor schon sein Kollege aus Baden-Württemberg Widerstand gegen die Pläne an. „Die Konzernbilanz zu verbessern im Hinblick auf den Börsengang, das ist eine Unterordnung der Interessen der Fahrgäste unter das unternehmenspolitische Ziel, an die Börse zu gehen“, sagte er in der ARD. Dies sei nicht akzeptabel.

Rausch verteidigte die angekündigten Preiserhöhungen. „Wir haben einen sehr starken Kostendruck erlebt in diesem Jahr, vor allen Dingen durch die gestiegenen Energiepreise.“ Außerdem sei zu bedenken, dass die Deutsche Bahn durch Preissenkungen in den beiden vergangenen Jahren mit ihren Fahrkartenpreisen auf einem Niveau liege, das Mitte der 90er-Jahre gegolten habe. Mit den nun geplanten Anhebungen werde das Preisniveau von 1997 erreicht.

Ab Dezember sollen die Zweite-Klasse-Tickets für ICE und IC im Schnitt 3,1 % mehr kosten, in Regionalzügen sollen die Preise zwischen 3,3 und 3,9 % steigen. Der Nahverkehr ist profitabel und gilt als wichtigste Stütze des Unternehmens auf dem Weg zum geplanten Börsengang im Jahr 2006.

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