Kritiker sollen mit Aktionärsrat beschwichtigt werden
Börse geht auf Anteilseigner zu

Nach der geplatzten Übernahme der Londoner Börse versucht der Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert, angesichts der anstehenden Hauptversammlung seine Gegner zu besänftigen. Ein Aktionärsrat soll eingesetzt werden.

HB FRANKFURT. Dieses Gremium solle den Aufsichtsrat und den Vorstand beraten, schrieb Börsenchef Werner Seifert in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Fondsgesellschaft TCI. Christopher Hohn, Managing Partner von TCI, hatte den am Ende erfolgreichen Widerstand einer Aktionärsgruppe gegen die zuletzt gescheiterte Übernahme der Londoner Börse (LSE) angeführt. Eine außerplanmäßige Veränderung des Aufsichtsrates zur Hauptversammlung im Mai 2005, wie TCI sie mehrfach forderte, lehnte Seifert in dem Schreiben erneut ab. Der Aufsichtsrat wird turnusmäßig 2006 erneuert.

Die Opposition um Hohn, die nach Medienberichten mehr als 35 % der Anteilseigner umfasst, hatte in der Vergangenheit wiederholt gedroht, auf der Hauptversammlung den Aufsichtsrat abzuwählen und den Vorstand auszutauschen. Zuvor hatte sie nicht nur erfolgreich die geplante Übernahme der LSE verhindert, sondern die Börse auch gezwungen, die dafür reservierten Barmittel für eine Ausschüttung an die Aktionäre zur Verfügung zu stellen. Die Widerständler hatten den Konzern vor allem durch die Bekanntmachung von Briefen an Seifert unter öffentlichen Druck gesetzt und ihm dabei Missachtung des Aktionärswillens vorgeworfen.

Börsenchef Seifert schlägt in seinem Brief an Hohn vor, der neue Aktionärsrat solle rund eine Woche vor jeder Aufsichtsratssitzung tagen und auch vor wichtigen außerordentlichen Entscheidungen gehört werden. Zur adäquaten Repräsentation der Aktionäre solle das Gremium zu je einem Drittel mit Vertretern der Anteilseigner aus den USA, Großbritannien und Kontinentaleuropa besetzt sein. Es sei jedoch nicht vorgesehen, mit den Mitgliedern nicht-öffentliche Informationen zu teilen, da dies illegal wäre.

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