Küchenbauer
Alno-Chef macht Aktionären Mut

Der Alno-Vorstand bittet die Aktionären um Geduld. Nach schlechten Jahren und einer Beinahe-Insolvenz soll es mit dem Küchenbauer bald wieder bergauf gehen. Doch solche Versprechungen hat man schon oft gehört.
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PfullendorfAlno-Chef Max Müller hat die leidgeprüften Aktionäre des Küchenbauers um weitere Geduld gebeten, ihnen aber auch Hoffnungen auf ein besseres Jahr 2014 gemacht. „Wir kommen zwar auf unserem Weg voran, aber es geht deutlich langsamer, als wir uns das gedacht haben“, sagte der Manager am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Pfullendorf. Neben einer schwachen Marktentwicklung habe sich 2013 ausgewirkt, dass zahlreiche Händler dem Konzern eine deutliche Preiserhöhung Ende 2012 übelgenommen hätten. Dadurch habe die Alno-Gruppe weiter Marktanteile verloren. Seit dem Herbst seien die Auftragsbücher aber wieder besser gefüllt, betonte Müller: „Das wird sich in den kommenden Monaten auch in den Zahlen ergebniswirksam niederschlagen.“

Alno kämpft seit seinem Börsengang 1995 mit Problemen. Bis auf wenige Ausnahmen hat die Gruppe seitdem jedes Jahr unter dem Strich Verluste eingefahren. Vor zwei Jahren stand der einstige Marktführer für Küchenmöbel in Deutschland sogar kurz vor der Insolvenz.

„Mit Alno-Aktien haben wir in den vergangenen Jahren schon viel Geld verloren“, schimpfte ein Kleinaktionär unter Beifall. „Wie viele Jahre schon werden wir von Ihnen mit den diversen Visionen vertröstet - und es wird immer noch schlechter“, sagte er in Richtung Vorstand. Seit ihrem letzten Höchststand 2007 haben die Alno-Papiere knapp 88 Prozent an Wert verloren. In den vergangenen zwölf Monaten ging es noch einmal um 26 Prozent auf 0,95 Euro (Mittwoch) nach unten.

Müller gab sich selbstkritisch. „Ganz ehrlich: Es hat im vergangenen Jahr nicht alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagte er. Die Negativ-Schlagzeilen hätten die Glaubwürdigkeit der Gruppe, zu der auch die Marken Wellmann, Impuls und Pino gehören, in der Wahrnehmung von Händlern und Kunden zwischenzeitlich „auf ein Minimum“ sinken lassen.

Doch die Situation drehe sich nun, versicherte Müller: „Seit Herbst vergangenen Jahres kommen die Kunden wieder zu uns zurück.“ Für Ende März hatte Alno zuletzt einen Auftragsbestand von 82 Millionen Euro ausgewiesen, 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Jetzt geht es darum, Umsatz und Marktanteile wieder zurückzugewinnen.“ Vor allem in das Auslandsgeschäft, das zuletzt 47 Prozent zum Umsatz beitrug, setzt Alno große Hoffnungen. Einen konkreten Zeitpunkt, wann die 1900 Mitarbeiter umfassende Gruppe auch unter dem Strich wieder Gewinne einfahren könnte, nannte Müller aber nicht. 2013 hatte Alno einen Umsatz von 395 Millionen Euro (minus 11,5 Prozent) und einen Verlust von 10,7 Millionen Euro verbucht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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