Küchenhersteller
Alno meldet Insolvenz an

Seit dem Börsengang vor gut 20 Jahren kämpft Alno mit Problemen. Die Mitteilung über den Konzernabschluss für 2016 hatte der Küchenbauer bereits dreimal verschoben. Nun kommen weitere Hiobsbotschaften.
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PfullendorfDer zweitgrößte deutsche Küchenhersteller Alno ist pleite. Das Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitern, das seit Jahren als Sanierungsfall gilt, will beim Amtsgericht Hechingen Insolvenz anmelden, wie es am Dienstagabend im südbadischen Pfullendorf mitteilte. Der Vorstand habe sich zu diesem Schritt entschlossen, weil in den Verhandlungen mit potenziellen Investoren und Gläubigern zuletzt keine Einigung erzielt werden konnte.

Die Tochtergesellschaften Gustav Wellmann GmbH & Co. KG und Alno Logistik & Service GmbH würden ebenfalls in den Insolvenzantrag einbezogen, hieß es. Alle übrigen in- und ausländischen Tochtergesellschaften einschließlich der Pino Küchen GmbH seien davon nicht betroffen. Der Geschäftsbetrieb laufe unverändert weiter.

Das Unternehmen plane eine Insolvenz in Eigenverwaltung, also unter der Regie des neuen Vorstandschefs Christian Brenner, der Ende Mai Max Müller abgelöst hatte. Darüber muss allerdings noch das Gericht entscheiden.

Brenner gilt als Vertreter des Großaktionärs Tahoe Investors, hinter dem die bosnische Unternehmerfamilie Hastor steht. Tahoe hält direkt und indirekt 43,1 Prozent an Alno und hat die Mehrheit im Aufsichtsrat.

Die Hastors hatten zuletzt beim Autozulieferer Grammer für Aufsehen gesorgt, wo sie unter anderem den Vorstandschef stürzen wollten, auf der Hauptversammlung aber unterlagen. Über ihren eigenen Zulieferer Prevent waren sie durch eine Auseinandersetzung mit Volkswagen bekannt geworden, die bei dem Autobauer zeitweise die Produktion lahmlegte.

Alno hatte erst Ende Juni die Veröffentlichung seines Jahres- und Konzernabschluss für 2016 zum dritten Mal verschoben und den 14. August als neuen Termin hierfür genannt. Zugleich teilte das Unternehmen mit, dass der Umsatz in den ersten fünf Monaten 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent gefallen sei. Anfang des Jahres war der Abbau von 350 der knapp 2100 Stellen beschlossen worden, was die Firma 2017 operativ in die Gewinnzone führen sollte.

Alno kämpft seit dem Börsengang 1995 mit Problemen - bis auf wenige Ausnahmen gab es jedes Jahr Verluste. Im ersten Halbjahr 2016 beliefen sich diese vor Steuern nach Angaben des Unternehmens auf 28,5 Millionen Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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