Kultpuppe
Mattel bringt „Barbie“ das Sprechen bei

Seit Jahren kämpft Mattel gegen sinkende Verkaufszahlen der Kultpuppe „Barbie“. Nun versucht es der US-Spielzeughersteller mit High Tech – und orientiert sich dabei an Apples Sprachassistentin „Siri“.

New YorkJahr für Jahr verkauft der US-Spielzeughersteller Mattel weniger Barbie-Puppen. Nun soll „Hello Barbie“, ausgestattet mit Bluetooth, Mikrofon, Lautsprecher und Sprachassistent, die Wende bringen. Rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft soll die Puppe Anfang November in die Läden kommen, geplanter Preis: 75 Dollar (67 Euro). Zielgruppe sind Mädchen von drei bis neun Jahren, wie ein Mattel-Sprecher am Mittwoch in Kalifornien sagte. Mattel Deutschland war für die Frage nach dem Verkaufsstart hierzulande zunächst nicht zu erreichen.

Mattel hatte die interaktive Barbie schon im März vorgestellt. Der Sprachassistent, entwickelt von der Firma ToyTalk, funktioniert wie die Spracherkennung Siri von Apple: Er hört zu und kann intelligente Antworten geben. Gespeichert seien 8000 Dialogsätze, sagte der Mattel-Sprecher; ist die Puppe über WLAN mit dem Internet verbunden, werden die Sätze des Kindes und des ganzen Haushalts an einen Server gesandt, der eine passende Antwort zurückschickt. So soll die Puppe auch dazulernen können. „Hello Barbie“ kann nach Angaben von ToyTalk außerdem rund 20 interaktive Spiele spielen, Geschichten und Witze erzählen.

Diverse Elternvereinigungen in den USA haben sich schon alarmiert gezeigt: Sie fürchten, dass Mattel die übermittelten Daten zu Werbezwecken nutzen könnte. ToyTalk versicherte daraufhin, die Informationen würden nicht dafür genutzt, den Kindern Filme oder Musik zu verkaufen. Mattel kündigte eine App an, mit der Eltern die Gespräche ihre Kinder mit der Barbie überwachen können. Eine Sondernummer werde geschaltet, damit Eltern sofort „unangemessene Wörter“ melden könnten.

Die Verkäufe der 56 Jahre alten Barbie sinken seit drei Jahren; im ersten Halbjahr dieses Jahres gingen die Umsätze um 16 Prozent zurück. Erstmals werden sie in diesem Jahr unter eine Milliarde Dollar fallen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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