Kundenflaute
Gewinne im US-Einzelhandel brechen reihenweise ein

Der amerikanische Einzelhandel steckt tief in der Krise. Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot muss 40 Standorte schließen und 70 000 Mitarbeiter entlassen. Auch der Discounter Target schreibt Verluste, weil die Kunden ihre Kredite nicht zurückzahlen können. Im kommenden Jahr könnte sich die Krise weiter beschleunigen.

DÜSSELDORF. Die Wirtschaftskrise trifft den US-Einzelhandel mit voller Wucht. Das zeigen die gestern vorlegten Quartalsergebnisse führender Anbieter. Vor allem bei der weltgrößten Baumarktkette Home Depot und beim Discounter Target brachen die Gewinne im Schlusszeitraum des Geschäftsjahres stark ein. Der Warenhauskonzern Macy’s schnitt hingegen besser ab, als Experten befürchtet hatten.

Home Depot bekam die Zurückhaltung der Verbraucher am deutlichsten zu spüren. Grund ist der Einbruch der Immobilienmärkte, der allen Baumarktketten zu schaffen macht. Das US-Unternehmen rutschte im vierten Quartal tief in die roten Zahlen. Der Verlust lag bei 54 Mio. Dollar (umgerechnet 42 Mio. Euro). Ein Jahr zuvor hatte Home Depot noch einen Gewinn von 671 Mio. Dollar ausgewiesen. Der Umsatz fiel um 17 Prozent auf 14,6 Mrd. Dollar, wie das Unternehmen am Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mitteilte.

Im Geschäftsjahr 2008/2009, das am 1. Februar endete, brach der Gewinn von Home Depot um fast die Hälfte auf 2,3 Mrd. Dollar ein. Der Umsatz sank um knapp acht Prozent auf 71,3 Mrd. Dollar.

Laut Konzernchef Frank Blake wird das laufende Geschäftsjahr genauso schwierig werden wie das zurückliegende. Der Umsatz wird seiner Prognose zufolge um neun Prozent zurückgehen und das Ergebnis je Aktie um rund sieben Prozent. Die Anleger honorierten, dass die großen Verluste von Home Depot im vierten Quartal auch auf Sonderbelastungen zurückzuführen waren: Neben der Konjunkturschwäche belasteten Home Depot die Aufwendungen für den angekündigten Stellenabbau. Das Unternehmen streicht gerade rund 7 000 Jobs – etwa zwei Prozent aller Stellen – und macht mehr als 40 Standorte dicht. Auf bereinigter Basis erzielte die Baumarktkette noch einen kleinen Gewinn. An der insgesamt schwachen Wall Street reichte dies gestern für einen deutlichen Anstieg der Kurses. Die Home-Depot-Aktie legte um rund sechs Prozent zu.

Dagegen verloren die Papiere von Target ein knappes Prozent. Der zweitgrößte Discount-Händler in den USA hat die Erwartungen komplett verfehlt. Neben saisonalen Einflüssen wie den üblichen Preisnachlässen zu den Feiertagen im Schlussquartal 2008 quälen das Unternehmen die Auswirkungen der Krise auf das Kreditkartengeschäft. Die hauseigene Kreditkartenabteilung weist allein im letzten Quartal aufgrund fauler Konsumentenkredite einen Vorsteuerverlust von 135 Mio. Dollar aus, während sie im gleichen Vorjahreszeitraum noch 189 Mio. Dollar Gewinn erzielt hatte.

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