Kurfürstendamm
Karstadt macht Platz für Shopping Mall in Berlin

Ein neues Benko-Projekt: Karstadt plant den Bau eines großen Shoppingcenters am Berliner Kurfürstendamm – in der eigenen Filiale. In der „Mall of Ku'damm“ ist das Warenhaus dann anschließend nur noch Ankermieter.

DüsseldorfDie Karstadt-Filiale am Berliner Kurfürstendamm wird ab März 2017 vorübergehend geschlossen. An ihrer Stelle soll ein Shoppingcenter mit rund 65.000 Quadratmetern Fläche mit 230 Geschäften entstehen. Karstadt soll in dieser geplanten „Mall of Ku'damm“ Ankermieter werden. Nach Angaben von Karstadt hängt die endgültige Entscheidung aber noch vom Votum des Karstadt-Aufsichtsrats und einer entsprechenden Vereinbarung mit den Projektpartnern ab.

Eigentümer des Gebäudes ist der österreichische Investor René Benko, dem auch das Unternehmen Karstadt gehört. Sein Partner ist der renommierte Einkaufscenter-Entwickler Harald Huth mit seiner HGHI Holding. Die Bauzeit wird auf etwa vier Jahre geschätzt. Rund 3500 Quadratmeter Fläche sind für Gastronomie eingeplant.

Die geplante „Mall of Ku'damm“ wird eins der größten Shoppingcenter in Berlin. Größer sind nur die Gropius-Passagen in Neukölln mit rund 85.000 Quadratmetern, der Boulevard Berlin mit rund 80.000 Quadratmetern und die ebenfalls von Huth entwickelte „Mall of Berlin“ mit 76.000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe kommt nur auf 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Die Karstadt-Filiale am Kurfürstendamm hat heute eine Fläche von knapp 30.000 Quadratmetern. Wie viel Fläche das Kaufhaus nach dem Umbau und dem Wiedereinzug haben wird, ist noch nicht bekannt. Benko und Huth sollen weitere angrenzende Gebäude bereits aufgekauft haben, die in das neue Projekt einbezogen werden sollen.

Was mit den Karstadt-Mitarbeitern in der Zeit des Umbaus geschehen soll, darüber macht das Unternehmen nur vage Angaben. Es würden gemeinsam mit dem Betriebsrat sozialverträgliche Lösungen angestrebt, heißt es. So sei unter anderem „die Beschäftigung in einer anderen Filiale denkbar“, eine Wiedereinstellung in der neuen Filiale am Ku'damm werde angestrebt. Karstadt war für Nachfragen nicht erreichbar.

Karstadt-Chef Stephan Fanderl zeigte sich optimistisch: „In der Summe ist die Chance eines Neubaus der Filiale Berlin Ku'damm vor einer neu entstehenden Mall wirtschaftlich sehr gut. Wir erwarten uns davon nicht nur mehr Frequenz, sondern auch eine erhebliche Aufwertung unserer Verkaufsfläche.“

René Benko hatte das angeschlagene Unternehmen Karstadt 2013 gemeinsam mit seinem israelischen Geschäftspartner Beni Steinmetz von dem Investor Nicolas Berggruen erworben. Knapp zwei Jahre später hatte Benko den größten Teil der Immobilien, die noch in ihrem Besitz waren, an Steinmetz abgegeben. Behalten hatte er nur die Immobilien der Premiumhäuser KaDewe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München, die er in der KaDeWe-Group bündelte. Außerdem behielt Benko die Karstadthäuser in der Stuttgarter Fußgängerzone und am Kurfürstendamm in Berlin.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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