Kurssturz beim Luxusgüterkonzern
Egana Goldpfeil vor dem Aus

Der Luxusgüterkonzern Egana Goldpfeil steht unmittelbar vor der Insolvenz. Nach Informationen aus Gläubigerkreisen haben Kreditversicherer den Versicherungsschutz für das Unternehmen aufgehoben. Für die Lieferanten bedeutet dies, dass Egana nur noch auf eigenes Risiko oder gegen Vorkasse beliefert werden kann.

DÜSSELDORF. Nach Angaben aus Versicherungskreisen haben die meisten Lieferanten die Zusammenarbeit gestoppt. Zu Egana Goldpfeil gehören unter anderem so bekannte Marken wie Salamander, Sioux, Junghans und Joop.

Hintergrund des Misstrauens ist die unklare finanzielle Situation. Die in Hongkong notierte Aktie wurde am 12. September vom Handel ausgenommen. Auf seiner Internetseite begründet Egana den Schritt mit einer „bevorstehenden Meldung, die den Kurs beeinflussen könnte.“ Diese Meldung ist aber bis heute nicht erfolgt. Der Kurs der Egana-Aktie ist derzeit bei sechs Cent eingefroren – er hat in wenigen Wochen mehr als 90 Prozent seines Wertes verloren.

Egana geriet ins Rutschen, nachdem der Aktionärsschützer David Webb Unklarheiten in den Bilanzen des Unternehmens aufgedeckt hatte. Am 7. August wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer Untersuchung beauftragt. Nach einem Zwischenbericht sind Forderungen in Höhe von 215 Mill. Euro zweifelhaft. Der Jahresumsatz von Egana lag zuletzt bei 560 Mill. Euro. Insider gehen davon aus, dass diese Zahl erheblich berichtigt werden muss. Noch im August traten zwei Vorstände von Egana zurück.

Sowohl Analysten als auch Gläubiger bemängeln, dass trotz des extremen Informationsbedarfs keine Auskünfte von Egana zu erhalten sind. Die Bank of China hat nun die Geduld verloren und eine Forderung von 3,8 Mill. Euro bei Gericht eingeklagt. Egana Goldpfeil war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Beobachter werten den Schritt der Bank of China als ersten kippenden Dominostein. Nach Informationen des Handelsblattes sind die Gläubiger in den vergangen Wochen mehrfach mit dem Versprechen vertröstet worden, eine Einigung mit den rund 40 Gläubigerbanken stehe kurz bevor. Auch eine Frist am vergangenen Freitag verstrich ergebnislos. Am Mittwoch soll es eine Krisensitzung in der Egana-Europazentrale in Offenbach gegeben haben, zu der Unternehmensvertreter aus China anreisten. Auch hierzu war Einzelheiten nicht zu erfahren.

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