Kursverfall bei Tui
Tui steigt in russischen Reisemarkt ein

„Wir glauben an das Potenzial in diesem Markt“, sagte Tui-Vorstandschef Michael Frenzel am Wochenende. Das am 1. August gestartete Gemeinschaftsunternehmen mit dem Moskauer Reiseveranstalter Mostravel sei profitabel.

HB MOSKAU. Im vorigen Jahr hatte Tui seine seit längerem bestehenden Pläne in Russland zwischenzeitlich auf Eis gelegt. Der Touristikmarkt ist noch von vielen kleinen Veranstaltern geprägt.

Tui hält den Angaben zufolge zunächst 34 Prozent an dem neuen Unternehmen „Tui Mostravel Russia“ (TMR) und hat die Option, die Beteiligung ab 2006 auf 51 Prozent aufzustocken. Die restlichen 66 Prozent werden bei dem Generaldirektor des Gemeinschaftsunternehmens, Rabson Mamedov, und dem Management verbleiben. Ziel sei es, mit Tui Mostravel Russia im kommenden Jahr mit 200 000 Urlaubern hundert Millionen Euro (rund 82 Millionen Euro) Umsatz zu erwirtschaften, sagte Frenzel. 2007 seien bereits 300 000 Touristen und Erlöse von 160 Millionen Dollar angepeilt. Tui Mostravel Russia werde in Russland zunächst als Veranstalter mit Partnern wie der ansässigen Fluggesellschaft KrasAir kooperieren. Wie schnell Tui eigene Flüge anbieten kann, hängt teilweise von wirtschaftlichen Reformen in Russland ab.

Im vergangenen Jahr sind der Tui zufolge schätzungsweise zwei Millionen Pauschalreisen in Russland gebucht worden. Das Land mit 145 Millionen Einwohnern habe ein großes Reisepotenzial. Wegen der kurzen Entfernungen seien die Türkei und Ägypten mit Abstand die beliebtesten Urlaubsziele der Russen. In Osteuropa ist Tui bereits in Ungarn, Polen, Slowenien und der Slowakei mit eigenen Reiseveranstaltern vertreten. Nach längeren Verzögerungen war Tui vor einigen Monaten auch in Peking in den chinesischen Reisemarkt eingetreten. „Es ist ein sehr guter Markt“, sagte Frenzel. Als nächster Schritt stehe eine Erweiterung nach Schanghai an und später eine Ausweitung des Netzwerks in dem Land.

Tui-Aktien verloren gegen Mittag in einem schwachen Gesamtmarkt 2,7 Prozent auf 13,85 Euro. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte jüngst ihren Tui-Anteil auf 10,1 Prozent verdoppelt. Frenzel hatte daraufhin eine Übernahme der Tui als ein mögliches Szenario nicht ausgeschlossen. Er hatte in einem Medienbericht angekündigt, sich gegen mögliche Übernahmeversuche wehren zu wollen. Hinter dem jüngsten Kursverfall vermute er Spekulations-Geschäfte mit dem Ziel, den Kurs systematisch nach unten zu treiben.

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