Kurzarbeit droht
Flaute in den Seehäfen

In den deutschen Seehäfen stehen die ersten Kräne still und Güterwaggons leer auf dem Abstellgleis: Der Abschwung ist in der Hafenwirtschaft angekommen. Zum ersten Mal seit Jahren ist der Umschlag in Deutschlands größtem Seehafen Hamburg nicht mehr gestiegen. Wegen des rückläufigen Welthandels droht nun Kurzarbeit.

DÜSSELDORF. Im Jahr 2008 sei mit 140,4 Mio. Tonnen Seegüterumschlag nur noch das Ergebnis des Vorjahres erreicht worden, sagte Jürgen Sorgenfrei, Chef der Hafen Hamburg Marketing.

Der Containerumschlag, ein wichtiger Konjunkturindikator, fiel um 1,5 Prozent auf 9,7 Mio. Standardcontainer (TEU). Und die Krise nimmt Fahrt auf: Im vierten Quartal lag der Umschlag mit 2,2 Mio. TEU bereits um 10,3 Prozent unter dem Durchschnitt der ersten neun Monate. Was zunächst angesichts der Triebkraft der Globalisierung wie eine weiche Landung für die Hafen- und Containerwirtschaft ausgesehen habe, stelle sich als dramatischer Crash mit wenig Aussicht auf Besserung heraus, sagte Axel Funhoff, Logistikanalyst der ING Bank.

Hafenbetreiber wie Eurogate in Bremerhaven schließen bereits Kurzarbeit nicht mehr aus. Falls der Abbau von Arbeitszeitkonten und die Streichung von Zeitarbeitsstellen nicht ausreichen sollten, müsse Eurogate ab Mai Kurzarbeit für ein Teil seiner 2 500 Beschäftigten anmelden, sagte Eurogate-Chef Emanuel Schiffer.

Die Containerterminals der Eurogate, eines Joint Ventures der privaten Hamburger Eurokai und der staatlichen Bremer Logistic Group (BLG), schlugen im Dezember in Bremerhaven gegenüber dem Vorjahresmonat 4,3 Prozent weniger Boxen um, der Terminal in Hamburg sogar 9,8 Prozent weniger. Für das Gesamtjahr konnte Eurogate in Deutschland aber noch ein Plus von 4,9 Prozent auf 8,2 Mio. TEU ausweisen.

„Die Schifffahrtsbranche befindet sich in stürmischer See“, begründete Schiffer den Kurswechsel. Insbesondere die Ladungsmengen auf den Asienrouten sind eingebrochen. Durch die starke Abhängigkeit vom Chinageschäft hat dies vor allem Hamburg getroffen. Die Reedereien reduzieren in der Krise ihre Transportkapazitäten, indem sie Containerschiffe auf Reede legen oder Liniendienste einstellen.

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