Kurzstreckenfahrten bis fünf Kilometer werden nicht erhöht
Bahn erhöht Preise für Nahverkehr

Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember wird das Bahnfahren vor allem für Berufspendler teurer.

HB REUTERS. Im Dezember würden die Preise um durchschnittlich 4,1 Prozent steigen, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag in Berlin mit. Die Preise für Fahrten bis zu 100 Kilometer erhöhten sich damit um 10 bis 70 Cent. Kurzstreckenfahrten bis fünf Kilometer würden sich dagegen nicht verteuern. Die Bahn verwies darauf, dass die Preise in den vergangenen zwei Jahren im Nahverkehr stabil geblieben seien.

„Wir können es uns einfach nicht leisten, zwei Jahre in Folge hinter den Erhöhungen der Verkehrsverbünde zurückzubleiben“, sagte DB-Regio-Vorstand Ulrich Homburg. Im Rahmen des Sanierungskurses der Bahn seien die Anhebungen erforderlich, hieß es. Die Preise in den Verkehrsverbünden sollen nach seinen Angaben ab Dezember aber nicht erhöht werden.

Die geplanten Erhöhungen habe die Bahn beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt zur Genehmigung eingereicht. Betroffen seien Interregios, RegionalExpress, RegionalBahn und S-Bahn.

Ebenfalls zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember soll das „Schönes- Wochenende-Ticket“ teurer werden, nachdem die Bahn diese Anhebung bisher nicht umgesetzt hatte. Die Länder hatten der Bahn gestattet, das Ticket am Schalter und im Reisebüro für 30 Euro zu verkaufen. Im Internet und am Automaten soll es beim Preis von 28 Euro bleiben. Mit dem „Schönes-Wochenende-Ticket“ können fünf Fahrgäste samstags und sonntags gemeinsam zum Pauschalpreis quer durch Deutschland fahren - allerdings nicht in allen Zügen.

Der Verkehrsclub Deutschland kritisierte die angekündigte Preiserhöhung und forderte die zuständige Behörde auf, die höheren Preise nicht zu genehmigen. Die Verteuerung mache den positiven Trend des ersten Halbjahres mit fast drei Prozent mehr Fahrgästen im Nahverkehr zunichte, erklärte der Verband.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn will die Bahn trotz Einbrüchen im Fernverkehr bis 2005 kapitalmarktfähig machen. Auf Grund von geringeren Bundeszuschüssen hatte er bereits Kürzungen bei den Investitionen und eine Sparkurs angekündigt.

Der Nahverkehr ist der umsatzstärkste Bereich bei der deutschen Bahn. Er profitierte zudem von der Stilllegung zahlreicher Interregio-Linien, die zum Teil durch Regional-Züge ersetzt wurden. Im Zuge der Preisreform im Fernverkehr im vergangenen Jahr waren zwar längere Strecken zum Teil deutlich billiger geworden. Kürzere Strecken etwa in Intercity-Zügen hatten sich aber bei Entfernungen unter 140 Kilometern verteuert.

Homburg betonte, die Erhöhungen sollten in erster Linie die gestiegenen Kosten decken. Der Nahverkehr könne auch nicht niedrigere Passagierzahlen im Fernverkehr ausgleichen. Nach den Worten Homburgs zeigt sich der Nahverkehr in diesem Jahr sowohl bei Umsatz und Passagierzahlen stabil und liegt im Plan. Auch im nächsten Jahr solle dies so sein, sagte er.

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