Laderaum wird knapp und Preise steigen
Der Transportmarkt boomt

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland führt auch zu einer spürbaren Belebung der Verkehrsnachfrage und zu steigenden Preisen.

DÜSSELDORF. Sowohl der Straßen- als auch der Schienengüterverkehr verzeichnen deutliche Mengen- und Leistungssteigerungen, schreibt das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) in seinem jetzt erschienenen Herbstbericht. Da der Laderaum im Straßengüterverkehr aber knapper werde, stiegen die Preise. Während sich die Erhöhung ersten Halbjahr noch an den steigenden Kraftstoffkosten orientiert habe, zeichne sich nun ein offensiveres Preisverhalten der Speditionen und Transportunternehmen ab, so das BAG.

Der Straßengüterverkehr sei im ersten Halbjahr 2006 so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr gewachsen. Die positive Entwicklung habe sich im zweiten Halbjahr fortgesetzt. Während aber in den vergangenen Jahren vor allem Unternehmen mit umfangreichen speditionellen Dienstleistungen und Logistikangeboten von der Marktentwicklung profitiert hätten, ergeben sich laut BAG nun auch für mittlere und kleine Transportunternehmen Chancen für eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Wegen der steigenden Nachfrage nach Beförderungsleistungen sei der Laderaum knapp geworden, schreibt das BAG. Dies sei teilweise auch auf Entwicklungen in der Branche selbst zurückzuführen. In den vergangenen Jahren seien infolge des Ausscheidens zahlreicher Transportunternehmen sowie des Abbaus eigener Fahrzeugkapazitäten bei großen Speditionen und Transportunternehmen spürbar Fahrzeugkapazitäten reduziert worden. Dies habe dazu geführt, dass zahlreiche Speditionen, die sich in den letzten Jahren verstärkt auf Subunternehmen für die Transporte gestützt hätten, wieder in den Aufbau eigener Laderaumkapazitäten investierten. Dabei würden nicht nur zusätzliche Fahrzeuge beschafft, sondern auch Unternehmen mit eigener Fahrzeugflotte gekauft. Der Konzentrationsprozess auf dem deutschen Transportmarkt halte daher weiter an. Prominentes Beispiel ist die Grevener Fiege-Gruppe, die mit der Übernahme des Konkurrenten TTS aus Hamburg ihren bislang kleinen Furhpark um 360 LKW erweitern. Auch die Rhenus-Gruppe hat ihren Fuhrpark durch die Übernahme der Hildener IHG Logistics ausgebaut.

Der Schienengüterverkehr habe im ersten Halbjahr noch höhere Zuwachsraten als der Straßenverkehr erzielt, schreibt das BAG. Auf allen Hauptverkehrsverbindungen sei es zu deutlichen Mengen- und Leistungssteigerungen gekommen. Begünstigt worden sei die Entwicklung auch durch die Kapazitätsengpässe und Preiserhöhungen im Straßengüterverkehr. Der Wettbewerb im Ganzzugverkehr über längere Strecken sei weiterhin hoch. Hier stünden verschiedene Staatsbahnen und größere Privatbahnen im Wettbewerb um Beförderungsaufträge. Dies führe zu einem entprechenden Preisdruck. Besonders spürbar sei dies im Hinterlandverkehr von Seehäfen mit Containern trotz eines anhaltenden Containerbooms. Belastet würden vor allem die Staatsbahnen, die mit den Gewinnen traditionell aufwendigere, verlustträchtige Geschäfte finanzierten.

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