Längere Öffnungszeiten brachten weder Umsatzplus noch höhere Beschäftigung
Langer Samstag hilft nicht aus Konsumflaute

Gemütliches Einkaufen am Samstagnachmittag bis in die Abendstunden hinein - ohne Stress und lange Schlangen an den Kassen. In Deutschland ist dies nun seit einem Jahr möglich. Doch während Familien und Berufstätige das entspanntere Shoppen bis 20.00 Uhr genießen, empfinden viele Beschäftigte die zusätzlichen Arbeitsstunden als eine Katastrophe für ihr Privatleben. Und auch die von der Konsumflaute gebeutelten Einzelhändler ziehen eine gemischte Bilanz.

BERLIN. Die bis zu vier Stunden längeren Öffnungszeiten haben weder das erhoffte Umsatzplus noch mehr Beschäftigung gebracht“, sagt Franziska Wiethold, für den Handel zuständiges Vorstandsmitglied der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Vielmehr sei der Konzentrationsprozess im Einzelhandel noch beschleunigt worden. Das sei auch an den Pleiten und leer stehenden Verkaufsflächen zu sehen.

Die Umsätze hätten sich vielfach zu den großen Geschäften in den Ballungszentren verlagert. Für viele Beschäftigte bedeute der lange Samstag zusätzliche Belastung, da seit seiner Einführung im vergangenen Sommer überall Personal abgebaut wurde. „Der Samstag ist zum umsatzstärksten Einkaufstag in der Woche geworden und hat den Freitag abgelöst“, betont der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Die Einkaufsmöglichkeiten nach 16.00 Uhr hätten zudem die Innenstädte neu belebt, wovon auch Gastronomie und Kulturveranstalter profitierten.

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