Laepple warnt vor neuer Preisschlacht
Die Reisebranche schwächelt

Der Aufschwung der Reisebranche hat sich unmittelbar vor Beginn der Sommerferien merklich abgeschwächt. „Es gab im Mai eine Stagnation bei den Buchungseingängen, bei einigen Veranstaltern auch ein leichtes Minus gegenüber dem Vorjahr“, sagte der Präsident des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV), Klaus Laepple, am Donnerstag.

HB FRANKFURT. Die Urlauber würden jetzt möglicherweise auf billige Last-Minute-Angebote warten. Allerdings halte der DRV weiterhin für das Gesamtjahr einen Zuwachs von bis zu fünf Prozent für möglich, sagte der DRV-Chef. Er warnte zugleich vor einer neuen Preisschlacht der Veranstalter: „Es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen.“

Der größte europäische Reisekonzern Tui wollte sich am Donnerstag nicht zum aktuellen Buchungsstand äußern. Zuletzt hatte der Konzern bis Ende April einen Umsatzzuwachs für die Sommersaison von knapp vier Prozent angegeben. „Ich gehe davon aus, dass wir im Gesamtmarkt einen Umsatzzuwachs von bis zu fünf Prozent erreichen können“, sagte Laepple. Derzeit liege der gebuchte Umsatz für das touristische Geschäftsjahr (November bis Oktober) 2003/04 in diesem Bereich. „Wir lagen aber schon mal bei acht bis zehn Prozent Umsatzplus“, sagte Laepple. „Die Trendwende aber bleibt: Es fahren wieder erheblich mehr Menschen in Urlaub als in den vorigen beiden Jahren.“ Der Zuwachs bei den Urlaubsgästen betrage derzeit zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der niedrigere Umsatzanstieg erklärt sich aus den Preissenkungen von bis zu zehn Prozent in diesem Jahr.

Die Veranstalter dürften jetzt allerdings nicht versuchen, ihre Hotel- und Flugkapazitäten verschleudern. „Ich hoffe, dass kein Reiseveranstalter jetzt die Nerven verliert und wieder mit Mondpreisen an den Markt geht“. Eine solche Entwicklung wäre kontraproduktiv. „Die Reisebranche darf sich nicht selbst kaputt machen“, sagte Laepple. 2002 und 2003 war der Umsatz der Reisebranche in Deutschland zusammen um mehr als 15 Prozent geschrumpft. Im vorigen Jahren hatten viele Veranstalter Reisen weit unter Wert verkauft. „Wir erleben auch derzeit einen beinharten Wettbewerb nicht nur der Veranstalter, sondern auch zwischen den Urlaubsgebieten“, sagte Laepple. Dort gebe es noch ausreichend freie Hotelkapazitäten.

In Konzernen profitieren nur die billigen Marken

In den großen Konzernen wie Tui und Thomas Cook hätten in diesem Jahr die Veranstaltermarken mit günstigen Preisen wie 1-2-Fly (Tui) oder Neckermann (Cook) hohe Zuwächse verzeichnet. Dies sei aber möglicherweise auf Kosten anderer Veranstaltermarken gegangen, sagte Laepple.

Aus Branchenkreisen verlautete in den vergangenen Wochen, dass die größte Tui-Marke „Tui Schöne Ferien“ weiterhin Probleme im deutschen Markt habe. Die Fußball-Europameisterschaft hat nach Einschätzung des DRV nicht - wie in Branche teilweise befürchtet - zu Einbußen geführt. „Die Leute wissen, dass man auch in den Urlaubsgebieten die Fußballspiele am Fernseher verfolgen kann“, sagte Laepple.

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