Lambertz-Kalender 2017: Heiße Models auf Kuba

Lambertz
Der Printen-König wählt Kuba

Auf Kuba hat Hermann Bühlbecker seinen Werbekalender für 2017 fotografieren lassen. Der Unternehmer wirbt mit dem Werk bei Geschäftsfreunden und Prominenten wie Bill Clinton und Elton John.
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DüsseldorfFröhlich lächelnde Weihnachtsmänner, goldene Schlitten mit Päckchen und Schlittschuhläufer in malerischer Kulisse – so verkauft die Süßwarenbranche zur Zeit ihre Printen- und Lebkuchen in Kaufhäusern und auf Weihnachtsmärkten. Doch der Aachener Printenkönig Hermann Bühlbecker wirbt mit einem Kontrastprogramm: Topmodel und Schauspielerin Shermine Shahrivar und kubanische Schönheiten räkeln sich leicht bekleidet auf der Karibik-Insel in eindeutigen Posen. Und selbstverständlich sind auf den zwölf Blättern des neuen Lambertz-Foto-Kalenders auch die Süßigkeiten des Familienunternehmens geschickt integriert.

Im vergangenen Jahr ließ Bühlbecker noch Stars wie Topmodel Franziska Knuppe oder die italienische Schauspielerin Ornella Muti in römischen Kulissen ihre Verführungskünste demonstrieren. Jetzt ist die Liste der Models weniger prominent. Der 66-jährige Inhaber des Printen- und Schoko-Imperiums lässt lieber Kubanerinnen auftreten. „Wer weiß, wie viel vom heutigen Charme der Insel den Wandel der kommenden Jahre überstehen wird”, sagte Bühlbecker zu seinem aktuellen Kalender für 2017. Er sei deshalb „glücklich, dass unser Team mit den Models die Authentizität Kubas einfangen konnte.”

Es ist bereits der 14. Kalender, der an den bekannten Kalender des Reifenherstellers Pirelli erinnert, den Bühlbecker produziert. Das Werk mit einer Auflage von 1000 Stück verschenkt er jedes Jahr an Geschäftsfreunde im Handel sowie an Prominente, zu denen Ex-US-Präsident Bill Clinton, Popstar Elton John und der spanische König Juan Carlos gehören.

Die Kosten des Kalenders, für den der einzige deutsche auf Kuba dauerhaft akkreditierte Fotograf Sven Creutzmann fotografierte, nennt Bühlbecker nicht. Aber für ihn sind die Präsentation des Kalenders auf einer Nikolaus-Feier in der nächsten Woche oder die große Party zur Süßwarenmesse in Köln ein wichtiger Baustein seiner Werbestrategie. Denn der Aachener Schokofabrikant ist bekannt als großer Netzwerker. Er mischt bei vielen internationalen Organisationen mit, von der Clinton Global Initiative bis zur American Foundation for Aids Research.

Kritikern, die ihm vorwerfen, er stelle sich bei zu vielen Gelegenheiten gerne mit Prominenten ins Rampenlicht, hält er entgegen: „Das ist aus einer Not heraus geboren.” Schließlich war Lambertz vor 40 Jahren, als er den Chefposten übernahm, ein Printenhersteller in der Krise. Da das Geld für Werbung fehlte, begann Bühlbecker ein immer größeres Netz an Kontakten zu Prominenten aus Politik, Show und Wirtschaft zu knüpfen. Außerdem kaufte er immer mehr Unternehmen und baute rund um die Marke Lambertz eine Süßwarengruppe auf – auch um vom Saisongeschäft unabhängiger zu werden.

Der Export der Gruppe mit einem Anteil von 25 Prozent am Umsatz von zuletzt 651 Millionen Euro ist allerdings noch klein. Das meiste Geld verdient Bühlbecker nach wie vor auf dem Heimatmarkt. Vielleicht hilft der Kuba-Kalender bei der Expansion in ferne Länder. Zwar sind die heißen Temperaturen auf Kuba nicht unbedingt ideal für Schokoladenprodukte. Aber es gibt ja entsprechende handelsübliche Geräte, um die Süßwaren zu kühlen.

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