Landerechte in Deutschland
Ramsauer bremst Emirates-Expansion

Peter Ramsauer spielt offenbar der Lufthansa in die Karten. Der Bundesverkehrsminister will Emirates keine weiteren Landerecht geben. Für die arabische Fluggesellschaft wäre das ein Rückschlag auf dem deutschen Markt.
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BerlinDie arabische Fluggesellschaft Emirates kann nicht darauf hoffen, weitere Landerechte in Deutschland zu erhalten. Das geht aus vertraulichen Korrespondenzen des Bundesverkehrsministerium und dem Emirates-Cheflobbyisten Andrew Parker hervor, die dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe) vorliegen. „Derzeit gibt es zwischen den beiden Staaten keine Verhandlungen“, bestätigte ein Ministeriumssprecher.

Vergangene Woche hatte Parker behauptet, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wolle das Anliegen der Emirates prüfen. Dies sieht vor, dass die arabische Fluggesellschaft künftig neben den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg auch Berlin und Stuttgart anfliegt – zusätzlich zu den bestehenden Flügen nach Deutschland. „Es war immer unser Verständnis, dass die Flugfrequenzen für Berlin und Stuttgart zusätzlich zu den 63 bestehenden gelten sollten“, schreibt Parker.

Dies aber lehnt das Ministerium ab. Es hatte angeboten, dass die Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten - neben den Emirates noch der Groß-Aktionär von Air Berlin, Etihad, und Qatar - zusammen weiterhin maximal 84 mal pro Woche in Deutschland landen dürfen - dann aber an beliebig vielen Flughäfen und nicht mehr begrenzt auf vier Standorte. Dies sei „sehr fair und verantwortungsvoll“, wie es in einer Antwort des zuständigen Abteilungsleiters, Gerold Reichle, heißt. Diesen Kompromiss allerdings lehnt die Emirates ab.

Der Druck, weitere Verbindungen zu bekommen, stört vor allem die Lufthansa. Sie fürchtet, dass Dubai zum neuen Drehkreuz für Asien-, Australien- und Afrika-Flüge wird und so Frankfurt geschwächt wird.

„Der deutsche Markt ist für Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten fast vollständig geöffnet“, sagte der Sprecher des Ministeriums. „Den weiteren Liberalisierungswünschen aus der Golfregion können wir deshalb nicht den roten Teppich auslegen.“

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Mit seinen zahlreichen Flugzeug-Käufen, auch bei Airbus, schafft und erhält Emirates viele Arbeitsplätze und Wohlstand in Deutschland. Die Städte Stuttgart und Berlin würden von der Anbindung an das gewaltige Emirates-Streckennetz zweifellos profitieren. Aber offenbar schützt man lieber die schwarz regierten Drehkreuze in Frankfurt und München und spielt den Beschützer der armen Lufthansa. Dabei hat Lufthansa sich mit der Star Alliance und den Kauf von Swiss und Austrian im deutschsprachigen Raum und in Europa eine unglaubliche Machtposition gesichert. Wenn Lufthansa Passagiere an die Golf-Fluggesellschaften verliert, dann weil sie schlechter und gleichzeitig teurer ist als diese.

    Wenn die Politik was für deutsche Fluggesellschaften tun will, dann sollte sie diese alberne Luftverkehrsabgabe streichen.

  • Hat dieser Ramsauer schon mal daran gedacht:
    Was waere wenn...Emirates die Fertigstellung des 380er von Hamburg in ein anderes Land auslagern wuerde....
    Steht der alte Kranich dann grade fuer die vielen Arbeitslosen und schafft neue Arbeitsplaetze?

  • Gut so. Denn wir in Deutschland haben aus gutem Grund keine FREIE Marktwirtschaft als Wirtschafsordnung gewählt, sondern eine SOZIALE Marktwirtschaft.

    Der Staat übernimmt darin mit Wächterfunktion die Aufgabe, einen gewissen Schutz für die Akteure/Firmen/Menschen unseres Wirtschaftsraumes zu verantworten - was er im übrigen bei der Solarindustrie verschlafen hat.

    Aber hier nun hat der Verkehrsminister gut aufgepasst. Danke.

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