Landgericht München

Ritter Sport und Warentest steuern auf Vergleich zu

Das Landgericht München verhandelt im Streit um einen Aromastoff in Ritter-Sport-Schokolade. Die Stiftung Warentest hatte die Sorte „Voll Nuss“ mit „mangelhaft“ bewertet. Der Richter schlägt einen Vergleich vor.
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Ritter-Sport-Chef Alfred Ritter in der Firmenzentrale in Waldenbuch (Landkreis Böblingen). Quelle: dpa

Ritter-Sport-Chef Alfred Ritter in der Firmenzentrale in Waldenbuch (Landkreis Böblingen).

(Foto: dpa)

Düsseldorf/MünchenVor dem Landgericht München streiten sich zur Stunde die Stiftung Warentest und Ritter Sport über einen Aromastoff in den Produkten des schwäbischen Mittelständlers. Der Richter hat einen Vergleich vorgeschlagen, über den die Parteien in einer Verhandlungspause beraten.

Die Kammer empfiehlt den Parteien, ein gemeinsames Gutachten in Auftrag zu geben, in dem die Herkunft des in der Schokolade verarbeiteten Aromastoffs Piperonal geklärt werden soll. Bis das Gutachten vorliegt, soll eine einstweilige Verfügung gegen die Stiftung Warentest aufrecht erhalten bleiben. Die Verbraucherschützer dürfen derzeit nicht weiter behaupten, dass der Stoff künstlichen Ursprungs sei, was zur Bewertung „mangelhaft“ der Sorte „Voll Nuss“ geführt hatte.

Die Stiftung hatte im November die kritische Bewertung vorgenommen, da in der Ritter-Sport-Zutatenliste von „natürlichem Aroma“ die Rede ist. In Mengen für die industrielle Produktion werde das Aroma aber nicht natürlich hergestellt, urteilten die Tester. Daher folgte die Abwertung von „gut“ auf „mangelhaft“. Es handele sich bei der Ausweisung um Verbrauchertäuschung. Gegen diese Beurteilung hatte der Schokoladenhersteller Alfred Ritter die einstweilige Verfügung erwirkt. Der Widerspruch der Siftung gegen die Entscheidung wird in München verhandelt.

Die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Holzminden hatte die Produktion des Aromastoffherstellers Symrise Anfang Dezember unter die Lupe genommen. Die Behörde prüfte im Auftrag des Landkreis Böblingen, in dem Ritter Sport seinen Sitz hat, das Herstellverfahren des Piperonal. Ein Ergebnis der Prüfung stand am Freitag noch aus.

Umstellung auf natürliche Stoffe
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3 Kommentare zu "Landgericht München: Ritter Sport und Warentest steuern auf Vergleich zu"

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  • Warum sollte die Beweislast bei Ritter liegen? Es liegt eine eidesstattliche Versicherung des Aromaherstellers sogar auf dem Tisch. Und dass Gutachten Zeit brauchen ist normal und kann nicht gegen Ritter Sport verwendet werden. Grundsätzlich gilt die Unschuldsvermutung. Und ich glaube nicht, dass Ritter mit ihrer Strategie falsch liegt. Warum eine Verhandlung scheuen (das ist keine Prozeßhanselei), wenn von der unfehlbaren Stiftung Warentest mal doch ein Fehler begangen wird. Ja warum hat die Stiftung Warentest nur auf Indizien geurteilt? Und nicht mal vorher bei Ritter angefragt und deren Erklärung geprüft? Hochnäßig?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • na die beweislast müßte doch bei ritter liegen . die behaupten doch nur natürliche zutaten zu verarbeiten.

    im übrigen denk ich , daß auch die bezeichnung s p o r t im zusammenhang mit schokoladenkonsum unzulässig ist.

    die r i t t e r s sollten aufpassen , daß sie mit ihrer prozeßhanselei nicht als knappen und mägde enden.

    möge herr ritter auch an seine b u g fräuleins denken

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