Landtechnik-Modelle
Kleine Maschinen, großes Geschäft

Landtechnik-Hersteller wie Claas, Fendt oder Deere bieten ihre Maschinen auch als Modelle an. Der Markt wächst stark und wird für die Unternehmen zum lukrativen Geschäftsbereich. Vor den Festtagen brummt die Nachfrage.

DüsseldorfBald ist Weihnachten. Eifrig sucht der zehnjährige Paul auf seinem iPad nach einem Geschenk. Er weiß, was er will: Einen Traktor oder Mähdrescher für seinen Modell-Fuhrpark. Der Jungbauer aus dem Münsterland ist keine Ausnahme. Viele Nachwuchslandwirte wollen das, womit Papa täglich arbeitet, auch in ihrem Kinderzimmer haben. „Der Papa groß, der Sohn klein“, sagt Stefanie Wiktor, Leiterin des Merchandising bei der Firma Claas, die unter anderem Traktoren, Mähdrescher und Feldhäcksler herstellt. „Es ist ein erster emotionaler Kontakt der angehenden Landwirte mit der Marke. Und Traktoren sind in vielen Kinderzimmern zu finden.“

Doch nicht nur Kinder, auch gestandene Männer hegen eine besondere Leidenschaft für die Modelle: Maschinenbauer präsentieren das, was sie gebaut haben, gerne in ihrem Büro; Landwirte wollen ihr Fahrzeug auch zu Hause haben. Einige Fans lassen sich laut Caterpillar sogar das Logo des Baumaschinenherstellers tätowieren. Der Traktor- und Mähdrescher-Bauer Fendt bringt es auf den Punkt: „Schließlich geht es um die Faszination und darum, die Marke im Alltag immer bei sich zu haben, auch wenn man nicht den Schlepper im Einsatz hat.“ Die versteckte Sammlung in der Schublade ist da eher die Ausnahme.

Darauf setzten die Landmaschinenhersteller. Wie Claas bieten auch Same, John Deere oder Krone schon seit Jahren in eigenen Shops, in Spielwarengeschäften oder den Raiffeisenmärkten Nachbildungen ihrer Produkte an. Andere Maschinenbauer wie der Logistikanbieter Jungheinrich oder Wirtgen, der Straßenbaumaschinen produziert, halten die Miniaturausgaben dagegen bislang vor allem als Kundengeschenk vor.

Welche der Landmaschinen als Modelle nachgebaut werden, entscheidet meist die Marketingabteilung, produziert wird woanders. Fendt, das zum US-Konzern Agco gehört, arbeitet zum Beispiel mit den Modellherstellern Siku oder Schuco zusammen. Von der Idee bis zur endgültigen Fertigstellung dauert es laut Claas bis zu 18 Monate.

Der Markt wächst. Laut Joachim Stempfle vom Marktforschungsinstitut NPD Group ist die Zahl der Top-Lizenzen bei John Deere und Claas allein von Januar bis Oktober 2015 um rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Genauere Angaben zur Größe des Marktes machen weder die Hersteller noch die Produzenten der Repliken.

Claas betreibt das Geschäft mit Landtechnik-Nachbildungen seit 2001 intensiver und hat seither ein Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich erzielt. Über 500.000 Exemplare wurden seither verkauft worden, insgesamt habe es rund 150 verschiedene Modelle gegeben. Genaue Umsatzzahlen will das Unternehmen aus Harsewinkel nicht nennen.

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Hohe Nachfrage vor den Festtagen

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