Landwirtschaft

Der Trend geht zu größeren Betrieben

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ist seit 2013 zurückgegangen. Stark betroffen sind Höfe mit Vieh. Die genutzten Flächen und Tierbestände verharren hingegen auf einem konstanten Niveau.
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Die Zahl der Höfe, die Vieh halten, ist laut dem Statistischem Bundesamt zurückgegangen. Quelle: dpa
Weniger landwirtschaftliche Betriebe

Die Zahl der Höfe, die Vieh halten, ist laut dem Statistischem Bundesamt zurückgegangen.

(Foto: dpa)

Wiesbaden/BerlinIn Deutschland gibt es immer weniger landwirtschaftliche Betriebe, wobei die genutzten Flächen und Tierbestände ungefähr gleich bleiben. Die Gesamtzahl der Betriebe ist zwischen 2013 und 2016 um rund 9000 oder drei Prozent auf 276.000 zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag anlässlich der Grünen Woche in Berlin berichtete.

Damit hat sich der Strukturwandel allerdings etwas verlangsamt, denn im davorliegenden Berichtszeitraum hatten noch 14.000 Höfe aufgegeben, was einem Anteil von fünf Prozent entsprach. Nach ökologischen Vorschriften wirtschaften aktuell knapp 23.000 Betriebe.

Die größten Agrarbetriebe der Welt
Holsteiner Rinder für Katar
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Holsteiner Rinder für Katar: Der blockierte Wüstenstaat will seine Milchversorgung sichern und die Zahl der Kühe im Land von 4000 auf schrittweise 25.000 Tiere erhöhen. Eine immer noch überschaubare Zahl, wenn man sie mit den großen Agrarbetrieben der Welt vergleicht. Eine Übersicht.

Quelle: agrarheute.com

Al Safi Dairy in Saudi Arabien
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37.000 Holstein-Rinder und 700.000 Liter Milch pro Tag: Das Unternehmen, dass 1979 durch Prinz Mohammed Bin Abdullah Al Faisal gegründet wurde, schaffte es im Jahr 1998 als der größte vollstufige Milchviehbetrieb der Welt ins Guinness Buch der Rekorde. 2011 ging Al Safi ein Joint Venture mit dem französischen Lebensmittelkonzern Danone ein. Diese Partnerschaft sicherte dem Unternehmen einen Anteil von 36 Prozent am saudi-arabischen Milchmarkt.

Ekoniva in Russland
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Russlands größter Bauer kommt aus Deutschland: Der im Odenwald aufgewachsene Stefan Dürr hat es in Russland zum größten Milchproduzenten gebracht. Dürrs Imperium Ekoniva, aufgebaut durch die Übernahme zahlreicher insolventer Agrargenossenschaften, bewirtschaftet mittlerweile fast 2000 Quadratkilometer Land. Mehr als 28.000 Milchkühe produzieren 650.000 Liter Milch täglich, insgesamt hält der Betrieb über 60.000 Rinder. 3.850 Mitarbeiter erwirtschafteten 2015 an sechs Standorten in Russland eine Betriebsleistung von 145 Millionen und ein EBIT von 40 Millionen Euro. Dabei geht das Unternehmen rustikal gegen landestypische Unsitten vor – wer mit Alkohol erwischt wird, fliegt raus.

APH Hinsdorf
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Einer der größten Agrarbetriebe Deutschlands mit insgesamt 10.800 Hektar bewirtschafteter Ackerfläche ist die APH Hinsdorf im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Die Genossenschaft produziert im Jahr circa 20.000 Tonnen Weizen und ist Partner von BASF.

KTG Agrar in Deutschland
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Mehr als 800 Mitarbeiter, Landwirtschaft auf über 46.000 Hektar Land: Die KTG Agrar des Bayern Siegfried Hofreiter war bis zum Sommer 2016 der größte Agrarkonzern Europas, mit 46.000 Hektar Ackerland in Deutschland und Litauen. Dann konnte das börsennotierte Unternehmen die Zinsen für eine Anleihe nicht rechtzeitig zahlen, nach der geplatzten Zwischenfinanzierung eines Grundstücksverkaufs folgte die Insolvenz. 10.000 Investoren hatten zwei Anleihen über insgesamt nominal 342 Millionen Euro gezeichnet. Die Gesamtschulden von KTG liegen bei 600 Millionen Euro.

National Trust in Großbritannien
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Größter Landbesitzer in England, Wales und Nordirland ist der National Trust, Präsident einer der größten Organisationen in Großbritannien ist Prinz Charles (Foto). Dem Trust gehören mehr als 250.000 Hektar Land und knapp 1200 Kilometer Küstenlinie. Das Geschäftsmodell: Zahlreiche britische Adlige vermachten ihre Herrenhäuser und Ländereien der Stiftung. 185.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen sind verpachtet, die verbliebenen 15.000 Hektar – zumeist Weideflächen – werden mit eigenem Personal gemanagt.

Mudanjiang in China
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Der Milchviehbetrieb im Nordosten Chinas befindet sich noch im Bau, soll am Ende aber 100.000 Milchkühe versorgen. Das Futter für die Tiere soll auf etwa 100.000 Hektar Land in China sowie Russland angebaut werden. Der Betrieb soll noch auf 200.000 Hektar erweitert werden. Damit wird er zum größten Milchviehbetrieb der Welt.

Besonders stark ist die Zahl der Höfe zurückgegangen, die Vieh halten. Ihre Zahl fiel um acht Prozent auf 184.000. Darunter sind inzwischen knapp 17.000 Öko-Betriebe, die ihrerseits einen deutlichen Zuwachs von fast 32 Prozent erlebten. Vor allem haben konventionelle Schweinehalter aufgegeben, deren Zahl in dem Dreijahreszeitraum gleich um 18 Prozent sank. Dennoch wurden nicht weniger Tiere gehalten, denn die Bestände der Schweine und Rinder sind der Statistik zufolge nahezu konstant geblieben. Lediglich die Zahl der Schafe ging um drei Prozent zurück.

Mit 16,7 Millionen Hektar ist die bewirtschaftete Fläche sogar leicht gewachsen. Sie wurde zu 71 Prozent für Ackerbau genutzt, wo Weizen (27 Prozent), Mais (18 Prozent) und Raps (11 Prozent) am häufigsten angebaut wurden. Die übrige Fläche ist Weideland oder mit Dauerkulturen wie beispielsweise Obstplantagen belegt.

  • dpa
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