Landwirtschaft
Nordkoreas Bauern sollen auf Bio-Dünger setzen

Weg von Chemie, hin zu weitgehend organischem Dünger: Juche-Jauche soll den nordkoreanischen Böden neues Leben einhauchen. Das Regime in Pjöngjang setzt den Bauern schon jetzt hohe Ziele.
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PjöngjangNoch sind die Böden gefroren. Doch die Bauern in Nordkorea bereiten sich schon auf die Anbausaison vor. Denn ihre Nation erwartet von ihnen großen Einsatz und großen Ertrag. 117 Prozent des Produktionssolls haben die staatlichen Medien bereits angekündigt. Derart inspiriert seien die Landwirte von der Neujahrsansprache ihres Präsidenten.

„Unser geschätzter oberster Führer, Genosse Kim Jong Un, hat uns unterrichtet, dass die Landwirtschaft der Hauptansatzpunkt zum Aufbau einer starken Wirtschaft und eines starken Landes ist“, sagt Kim Song Ryong. Um das beste Ergebnis zu erzielen und die Böden zu verbessern, seien schon alle Bauern und Arbeiter im Einsatz, erklärt der Techniker der Migok-Agrarkooperative in Sariwon, südlich der Hauptstadt Pjöngjang.

Landwirte, unterstützt von Arbeitern und aus den Städten mobilisierten Schülern, transportieren derzeit Lastwagenladungen voller Dünger zu den Feldern. Das dauert nach Angaben von Kim Song Ryong etwa 20 bis 25 Tage. Die stechend riechende Fracht soll dann im März auf den Ackerböden verteilt und schließlich untergepflügt werden.

Juche-Dünger wird die Masse genannt, nach der Juche-Ideologie, die sich stark an Autarkie und Selbstständigkeit der Nation orientiert. Wie genau sich die Juche-Jauche zusammensetzt, ist unbekannt. Aber sie dürfte hauptsächlich aus organischen Bestandteilen bestehen und mit chemischen Stoffen angereichert sein.

Weil die Viehzucht in Nordkorea keine große Rolle spielt, fällt wenig tierischer Dung an, so dass wohl auch menschliche Exkremente Verwendung finden. Anders als in früheren Jahrzehnten scheint aber die chemische Komponente gering. Das ist auch aus der Not geboren.

Die schwache Wirtschaft und die eingeschränkten internationalen Beziehungen erschwerten den Erwerb chemischer Düngemittel aus dem Ausland, erklärt der private Agrarberater Randall Ireson. „Ohne diese Quelle mussten lokale Ressourcen gefunden werden.“

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