Landwirtschaft Nordkoreas Bauern sollen auf Bio-Dünger setzen

Weg von Chemie, hin zu weitgehend organischem Dünger: Juche-Jauche soll den nordkoreanischen Böden neues Leben einhauchen. Das Regime in Pjöngjang setzt den Bauern schon jetzt hohe Ziele.
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Der Bio-Dünger soll für eine ertragreiche Ernte sorgen. Quelle: dpa
Landwirtschaft in Nordkorea

Der Bio-Dünger soll für eine ertragreiche Ernte sorgen.

(Foto: dpa)

PjöngjangNoch sind die Böden gefroren. Doch die Bauern in Nordkorea bereiten sich schon auf die Anbausaison vor. Denn ihre Nation erwartet von ihnen großen Einsatz und großen Ertrag. 117 Prozent des Produktionssolls haben die staatlichen Medien bereits angekündigt. Derart inspiriert seien die Landwirte von der Neujahrsansprache ihres Präsidenten.

„Unser geschätzter oberster Führer, Genosse Kim Jong Un, hat uns unterrichtet, dass die Landwirtschaft der Hauptansatzpunkt zum Aufbau einer starken Wirtschaft und eines starken Landes ist“, sagt Kim Song Ryong. Um das beste Ergebnis zu erzielen und die Böden zu verbessern, seien schon alle Bauern und Arbeiter im Einsatz, erklärt der Techniker der Migok-Agrarkooperative in Sariwon, südlich der Hauptstadt Pjöngjang.

Landwirte, unterstützt von Arbeitern und aus den Städten mobilisierten Schülern, transportieren derzeit Lastwagenladungen voller Dünger zu den Feldern. Das dauert nach Angaben von Kim Song Ryong etwa 20 bis 25 Tage. Die stechend riechende Fracht soll dann im März auf den Ackerböden verteilt und schließlich untergepflügt werden.

Die größten Agrarbetriebe der Welt
Holsteiner Rinder für Katar
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Holsteiner Rinder für Katar: Der blockierte Wüstenstaat will seine Milchversorgung sichern und die Zahl der Kühe im Land von 4000 auf schrittweise 25.000 Tiere erhöhen. Eine immer noch überschaubare Zahl, wenn man sie mit den großen Agrarbetrieben der Welt vergleicht. Eine Übersicht.

Quelle: agrarheute.com

Al Safi Dairy in Saudi Arabien
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37.000 Holstein-Rinder und 700.000 Liter Milch pro Tag: Das Unternehmen, dass 1979 durch Prinz Mohammed Bin Abdullah Al Faisal gegründet wurde, schaffte es im Jahr 1998 als der größte vollstufige Milchviehbetrieb der Welt ins Guinness Buch der Rekorde. 2011 ging Al Safi ein Joint Venture mit dem französischen Lebensmittelkonzern Danone ein. Diese Partnerschaft sicherte dem Unternehmen einen Anteil von 36 Prozent am saudi-arabischen Milchmarkt.

Ekoniva in Russland
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Russlands größter Bauer kommt aus Deutschland: Der im Odenwald aufgewachsene Stefan Dürr hat es in Russland zum größten Milchproduzenten gebracht. Dürrs Imperium Ekoniva, aufgebaut durch die Übernahme zahlreicher insolventer Agrargenossenschaften, bewirtschaftet mittlerweile fast 2000 Quadratkilometer Land. Mehr als 28.000 Milchkühe produzieren 650.000 Liter Milch täglich, insgesamt hält der Betrieb über 60.000 Rinder. 3.850 Mitarbeiter erwirtschafteten 2015 an sechs Standorten in Russland eine Betriebsleistung von 145 Millionen und ein EBIT von 40 Millionen Euro. Dabei geht das Unternehmen rustikal gegen landestypische Unsitten vor – wer mit Alkohol erwischt wird, fliegt raus.

APH Hinsdorf
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Einer der größten Agrarbetriebe Deutschlands mit insgesamt 10.800 Hektar bewirtschafteter Ackerfläche ist die APH Hinsdorf im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Die Genossenschaft produziert im Jahr circa 20.000 Tonnen Weizen und ist Partner von BASF.

KTG Agrar in Deutschland
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Mehr als 800 Mitarbeiter, Landwirtschaft auf über 46.000 Hektar Land: Die KTG Agrar des Bayern Siegfried Hofreiter war bis zum Sommer 2016 der größte Agrarkonzern Europas, mit 46.000 Hektar Ackerland in Deutschland und Litauen. Dann konnte das börsennotierte Unternehmen die Zinsen für eine Anleihe nicht rechtzeitig zahlen, nach der geplatzten Zwischenfinanzierung eines Grundstücksverkaufs folgte die Insolvenz. 10.000 Investoren hatten zwei Anleihen über insgesamt nominal 342 Millionen Euro gezeichnet. Die Gesamtschulden von KTG liegen bei 600 Millionen Euro.

National Trust in Großbritannien
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Größter Landbesitzer in England, Wales und Nordirland ist der National Trust, Präsident einer der größten Organisationen in Großbritannien ist Prinz Charles (Foto). Dem Trust gehören mehr als 250.000 Hektar Land und knapp 1200 Kilometer Küstenlinie. Das Geschäftsmodell: Zahlreiche britische Adlige vermachten ihre Herrenhäuser und Ländereien der Stiftung. 185.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen sind verpachtet, die verbliebenen 15.000 Hektar – zumeist Weideflächen – werden mit eigenem Personal gemanagt.

Mudanjiang in China
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Der Milchviehbetrieb im Nordosten Chinas befindet sich noch im Bau, soll am Ende aber 100.000 Milchkühe versorgen. Das Futter für die Tiere soll auf etwa 100.000 Hektar Land in China sowie Russland angebaut werden. Der Betrieb soll noch auf 200.000 Hektar erweitert werden. Damit wird er zum größten Milchviehbetrieb der Welt.

Juche-Dünger wird die Masse genannt, nach der Juche-Ideologie, die sich stark an Autarkie und Selbstständigkeit der Nation orientiert. Wie genau sich die Juche-Jauche zusammensetzt, ist unbekannt. Aber sie dürfte hauptsächlich aus organischen Bestandteilen bestehen und mit chemischen Stoffen angereichert sein.

Weil die Viehzucht in Nordkorea keine große Rolle spielt, fällt wenig tierischer Dung an, so dass wohl auch menschliche Exkremente Verwendung finden. Anders als in früheren Jahrzehnten scheint aber die chemische Komponente gering. Das ist auch aus der Not geboren.

Die schwache Wirtschaft und die eingeschränkten internationalen Beziehungen erschwerten den Erwerb chemischer Düngemittel aus dem Ausland, erklärt der private Agrarberater Randall Ireson. „Ohne diese Quelle mussten lokale Ressourcen gefunden werden.“

Chemie zerstörte den Boden
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