Langfrist-Ziele
Deutsche Post will deutlich profitabler werden

Die Deutsche Post setzt sich ehrgeizige Ziele: Der Bonner Konzern will bis 2015 ihren Umsatz steigern und deutlich profitabler arbeiten. Dabei setzt der Konzern vor allem auf sein Logistik- und Expressgeschäft.
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HB DÜSSELDORF. Die Deutsche Post sieht Wachstumschancen nur noch in ihrem Logistik- und Frachtgeschäft. Dort will der Konzern auch mit Hilfe von großen Werbekampagnen für die Marke DHL bis 2015 rasant zulegen und Wettbewerbern Marktanteile abjagen, wie Post-Chef Frank Appel am Dienstag in Frankfurt ankündigte. In der Briefsparte, die seit Jahren mit der wachsenden Konkurrenz durch die E-Mail kämpft, soll der Rückgang der Gewinne gebremst werden - dann soll sich das Ergebnis bei einer Milliarde Euro einpendeln. Um dies zu erreichen, will die Post weiter auf die Kostenbremse treten und mittelfristig auch die Preise für Briefe in Deutschland anheben.

Beim operativen Ergebnis (EBIT) strebt der Konzern bis zum Jahr 2015 für die DHL-Bereiche ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 13 bis 15 Prozent an, sagte Appel. Basis sind dabei die 1,3 Mrd. Euro, die im laufenden Jahr als Ergebnisbeitrag der DHL-Sparte angepeilt werden. Der Bereich würde damit 2010 erstmals mehr zum Gewinn beisteuern als der traditionelle Gewinnbringer Brief, für den die Post 2010 mit einem Ebit von 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro rechnet.

Mittelfristig gehe der Konzern im Brief-Geschäft mit einem Ebit von einer Milliarde Euro aus, sagte Appel - damit habe die Sparte „genug Wasser unter dem Kiel“.

Auch beim Umsatz rechnet das Unternehmen vor allem in der DHL-Sparte mit Zuwächsen. Auf Konzernebene sollen die Erlöse um ein bis zwei Prozentpunkte stärker wachsen als in den jeweiligen Märkten, kündigte Finanzchef Larry Rosen an. An ihrer Dividendenpolitik will die Post festhalten: Ausgeschüttet werden sollen demnach jeweils 40 bis 60 Prozent des um Sondereffekte bereinigten jährlichen Nettogewinns.

In den kommenden zwei Jahren will die Post viel Geld in die Hand nehmen, um ihr Wachstum anzukurblen, kündigte Appel an. Investieren will das Unternehmen vor allem in Werbung, um die Marke DHL bekannter zu machen. Zudem sollen neue IT-Systeme und Sortiermaschinen angeschafft werden, um die Kosten in der Briefsparte weiter zu drücken. Rund eine halbe Milliarde Euro soll in den E-Postbrief fließen, mit dem die Post die Umsatzrückgänge durch E-Mails bekämpfen will. Zudem plant der ehemalige Staatskonzern an der Preisschraube zu drehen, was ihm bislang aber bei Privatkunden wegen Regulierungsvorschriften in seinem ehemaligen Monopolbereich nicht möglich ist. Appel will deshalb Gespräche mit der Politik führen. In anderen europäischen Ländern seien Briefe deutlich teurer als in Deutschland, sagte er. „Wir brauchen nachhaltige Profite in der Brief-Sparte - die Politik versteht das.“

Ihrer Aktie konnte die Post mit den neuen Prognosen nicht auf die Sprünge helfen. Sie verlor in einem schwachen Gesamtmarkt knapp zwei Prozent auf 13,39 Euro. Analysten kritisierten den Mittelfrist-Ausblick als zu konservativ.

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