Langsamer Stellenabbau: Erholung im Einzelhandel erwartet

Langsamer Stellenabbau
Erholung im Einzelhandel erwartet

Der Einzelhandel sieht nach den beiden vergangenen Krisenjahren einen Lichtblick am Horizont. „Wir erwarten noch keine Trendwende, aber eine leichte Entlastung“, sagte der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, am Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

HB BERLIN. Für 2004 werde mit einem Umsatzplus von 0,5 bis 1 Prozent gerechnet, für das vergangene Jahr hingegen aber noch einmal mit einem Minus von einem Prozent. Der Gesamtumsatz werde für 2003 bei rund 367 Milliarden Euro liegen.

Die Branche klagt seit 1992 über Stagnation. 2002 sei ein katastrophales Jahr gewesen, und auch das vergangene Jahr sehr schlecht verlaufen. Für 2004 würden aber Impulse durch die Steuerentlastung seit Anfang des Jahres erwartet. „Wir rechnen mit einer Belebung durch das in Kraft treten der Steuerreform“, sagte Pellengahr. Der Verband bekräftigte seine Forderung nach einer großen Steuerreform und einer deutlichen Vereinfachung des Steuersystems.

Auf den Arbeitsmarkt werde sich der leichte Aufschwung in der Branche aber noch nicht auswirken. Der Stellenabbau dürfte sich zwar verlangsamen, es sei aber mit einem Wegfall von erneut 20 000 Jobs zu rechnen. Im vergangenen Jahr wurden in der Branche 30 000 Arbeitsplätze abgebaut. „Wir haben langsam die Grenze erreicht“, sagte Pellengahr. Weitere Stellenkürzungen würden zu Lasten von Beratung und Service gehen. Insgesamt arbeiten im Einzelhandel gegenwärtig rund 2,5 Millionen Menschen.

Pellengahr wies darauf hin, dass die Lage der Unternehmen sehr unterschiedlich ist. „Während insbesondere die großen Discounter durch ihre Rabattaktionen kräftig zulegen konnten, mussten kleinere Unternehmen mit Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent kräftig Federn lassen“, sagte Pellengahr. Die Rabattschlachten gingen vor allem zu Lasten der Rendite. Wie 2003 werde auch in diesem Jahr noch einmal mit mindestens 4 500 Insolvenzen gerechnet.

In den bevorstehenden voraussichtlich letzten Winterschlussverkauf, der am 26. Januar startet, werde der Handel mit Preisnachlässen von zwischen 30 und 50 Prozent gehen. Reduzierungen werde es vor allem bei Winterkleidung, Lederwaren, Wäsche und Sportartikeln geben. „Wir gehen davon aus, dass dies definitiv der letzte Schlussverkauf nach alten Regeln sein wird“, sagte Pellengahr. Der HDE will den Schlussverkauf als Marke gesetzlich schützen lassen und schlägt vor, dass mit dem Begriff Schlussverkauf nur zwei Mal im Jahr geworben werden darf. Besonders hart treffe es die Branche, dass die geplante Neuregelung ausgerechnet in einer Zeit der schärfsten Krise wegfallen soll.

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