Laufzeit der Wandelanleihe beträgt fünf Jahre
Karstadt-Quelle greift zu neuer Finanzspritze

Der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern will zur Finanzierung seiner überlebensnotwendigen Restrukturierung eine weitere Finanzspritze erhalten.

HB ESSEN. Der Konzern platziere am Mittwoch eine Wandelanleihe über 140 Millionen Euro, teilte Karstadt-Quelle in Essen mit. Der Erlös aus der Emmission werde zur „weiteren Stärkung der finanziellen Position“ und zur Unterstützung der Restrukturierung und strategischen Neuausrichtung des Handelsriesen verwendet.

Die Emission erfolge unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre über die niederländische Tochter Karstadt Finance. Inklusive Mehrzuteilungsoption belaufe sich das Volumen der Anleihe auf bis zu 154 Mill. Euro. Abhängig von der endgültigen Festsetzung der Wandelprämie sei die Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren in bis zu rund 19,5 Mill. Aktien wandelbar. Kupon und Wandelprämie würden im Rahmen eines Bookbuilding- Verfahrens festgelegt, das für heute geplant sei. Die Spanne für den Kupon betrage vier bis 4,5 Prozent, für die Wandelprämie 30 bis 45 Prozent über dem volumengewichteten Durchschnitt des Xetra-Kurses am Mittwoch.

Erst am Dienstag hatte Karstadt-Quelle eine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen, mit der nach Abzug aller Kosten rund 500 Mill. Euro in die Kassen des Handelskonzerns gespült wurden. Die Kapitalerhöhung war auch eine wesentliche Bedingung für die Verlängerung der langfristigen Finanzierung des Konzerns in Höhe von 1,75 Mrd. Euro durch 16 Banken gewesen. Die in der vergangenen Woche erfolgte Unterzeichnung der Langfrist-Kreditlinie ist von großer Bedeutung für die Finanzierung des Restrukturierungsprogramms. Das Ende September verkündete Konzept sieht die Rückbesinnung auf die Kerngeschäftsfelder, die Trennung von Verlustbringern und Einsparungen beim Personal vor. Unter anderem will KarstadtQuelle 77 kleinere seiner 181 Warenhäuser und sämtliche Fachgeschäfte verkaufen, darunter die defizitären Modeketten SinnLeffers und Wehmeyer. Auch das wertvolle Logistikgeschäft soll versilbert werden, ein erster Teil geht an die Post-Tochter DHL.

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