Laut HDE-Frühjahresprognose
Einzelhändler spüren Frühjahrslüftchen

Der deutsche Einzelhandel erwartet wie in den vergangenen drei Jahren zuvor auch 2005 ein schwaches Geschäft und weiteren Stellenabbau.

HB DÜSSELDORF. Dennoch kehre der Optimismus unter den Einzelhändlern zurück, teilte der HDE am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Frühjahresprognose in Düsseldorf mit.

Der nominale Umsatzrückgang dürfte bei vorsichtiger Schätzung im Bereich zwischen 0,5 und 0,75 % liegen, sagte der Präsident des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen. Die bereits im Vorjahr belastenden Faktoren würden in abgeschwächter Form weiter wirken. Dazu zählten die steigenden Energiekosten und die höheren Rücklagen der Verbraucher für die Gesundheits- und Altersvorsorge.

„Der Optimismus kehrt zurück“, hob Franzen jedoch hervor. 28 % der vom HDE befragten Händler rechneten inzwischen wieder mit Umsatzsteigerungen im ersten Halbjahr. Dagegen rechneten nur noch 22 % mit einem Umsatzrückgang. Seit März laufe es spürbar besser und der April habe auch recht gut begonnen. „Sogar der seit Jahren darbende Textilhandel verspürt ein Frühjahrslüftchen.“

Franzen sagte, für die weitere Zukunft gebe es immerhin Anlass für gedämpfte Zuversicht. „Es gibt in Deutschlands Einzelhandel eine große Zahl von neuen, anspruchsvollen und innovativen Konzepten, die bei den Verbrauchern gut ankommen.“ Die meisten Handelsunternehmen seien nicht mehr rein umsatzfixiert, sondern achteten verstärkt auf den Ertrag. „Der Handel wird gestärkt aus der Krise herauskommen. Davon bin ich überzeugt“, sagte Franzen. Der HDE-Präsident, der selbst in Düsseldorf ein Fachgeschäft für Porzellan und Haushaltswaren betreibt, sprach sich für die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche im Einzelhandel aus. „Das würde ich sehr befürworten.“ In der laufenden Tarifrunde im Einzelhandel gebe es nichts zu verteilen, unterstrich er. 2005 sei mit einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen im Einzelhandel zwischen 25 000 und 30 000 zu rechnen.

2004 hatte sich das Umsatzminus im deutschen Einzelhandel auf nominal 1,6 % summiert und damit die Befürchtungen der Branche deutlich übertroffen. Bereits im Februar hatte der HDE erklärt, er erwarte nach dem schwächsten Weihnachtsgeschäft seit zehn Jahren auch für 2005 keine Trendwende mehr.

Franzen schloss nicht aus, dass sich die bislang konkurrierenden Handelsverbände HDE und BAG in absehbarer Zukunft zusammenschließen könnten. „Inhaltlich gibt es keinen Dissens mit dem BAG.“ Er habe jüngst ein offenes Gespräch mit dem seit Dezember amtierenden neuen BAG-Präsidenten Helmut Merkel geführt, der auch Chef der Karstadt-Warenhäuser ist. „Wir werden jetzt in kleiner Runde ausloten, ob es über kurz oder lang einen Verband geben wird“, kündigte Franzen an.

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