Laut Interview in der Wirtschaftswoche:
Merz will in den Aufsichtsrat der Börse

Der CDU-Politiker Friedrich Merz will stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat der Deutschen Börse AG werden.

HB FRANKFURT. Den Vorsitz des Kontrollgremiums wolle er derzeit hingegen nicht übernehmen, sagte Merz der "WirtschaftsWoche". Der CDU-Politiker knüpfe die Übernahme des Postens allerdings an die Voraussetzung, dass der Aufsichtsrat der Deutschen Börse sich effizienter organisiere und ein Strategiekomitee etabliere, in dem er mitarbeiten wolle. Zudem bezeichnete er das Gremium mit 21 Mitgliedern als "viel zu groß".

Die Spekulationen über eine geplante Zerschlagung der Börse wies Merz zurück. Neue europäische Kooperationsmöglichkeiten - etwa mit der Euronext - würden geprüft, sagte Merz dem Magazin weiter. In jedem Falle müsse die künftige Strategie der Deutschen Börse erst einmal gründlich bedacht werden. Die sei bis zu Hauptversammlung am 25. Mai sicher nicht möglich.

Der CDU-Politiker berät als Partner der Anwaltskanzlei Mayer Brown Rowe & Maw den Hedgefonds The Childrens Investment Fund (TCI), der über Monate hinweg auf die jüngste Demontage von Werner Seifert und Rolf-Ernst Breuer als Vorstands- bzw Aufsichtsratsvorsitzender der Börse hingearbeitet hatte. Seifert war unter dem Druck der Anteilseigner am Montag zurückgetreten und Breuer will sein Amt spätestens zum Jahresende niederlegen.

Mitglieder des Börsenrates der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) befürchten, dass die Deutsche Börse AG nun zerschlagen wird. Ihr Vorsitzender Lutz Raettig sagte der "Börsen-Zeitung" (Mittwochausgabe): "Ein Angriff auf das Geschäftsmodell der Deutschen Börse ist identisch mit dem Angriff auf ein wichtiges Strukturelement des Finanzplatzes". Die Börse müsse auch das öffentliche Interesse im Auge haben, sagte er mit Blick auf mögliche Veränderungen, die Anteilseigner wie der Hedgefonds TCI durchsetzen könnten.

Nach dem Rückzug Seiferts kursierten Spekulationen, die von einer Zerschlagung der Börse bis zum Verkauf von Teilen des Geschäfts reichten. Der "Financial Times Deutschland" (FTD - Mittwochausgabe) sagte Raettig, er sehe keinen Grund, "ein erfolgreiches Geschäftsmodell in Frage zu stellen und gar auf eine Zerschlagung oder eine Konzentration auf bestimmte Geschäftsfelder hinzuwirken". Raettig kritisierte die Forderungen der angelsächsischen Fonds nach hohen Dividendenzahlungen: "Es werden möglicherweise Fragen gestellt werden, die sich mit den Konsequenzen einer besonders weitreichenden Ausschüttungspolitik befassen".

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