Elektromobilität
Wie Berlin E-Dienstwagen fördern will

Um mehr Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen, versucht die Bundesregierung steuerliche Nachteile der E-Mobile zu beseitigen. Umweltexperten kritisieren allerdings, dieser Schritt gehe nicht weit genug.
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BielefeldDie Bundesregierung will elektrisch betriebene Dienstwagen fördern. Die Förderung wurde - ebenso wie eine Befreiung von der Kfz-Steuer für zehn Jahre - bereits in das Regierungsprogramm Elektromobilität aufgenommen. "Die Bundesregierung wird die Dienstwagenbesteuerung anpassen. Ziel ist dabei ein vollständiger Abbau der zurzeit bestehenden steuerlichen Wettbewerbsnachteile für Elektrofahrzeuge gegenüber vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor", heißt es dazu.

Die Regierung folgt damit einer Empfehlung der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Die hatte Kostennachteile in der Besteuerung gegenüber konventionellen Fahrzeugen angemahnt. Daher seien ohne Fördermaßnahmen bis 2014 nur 25 000 Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu erwarten. Mit Förderung - so die Berechnungen der Nationalen Plattform Elektromobilität - ließe sich die Zulassungszahl auf 100 000 Elektrofahrzeuge steigern.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssten aber steuerliche Nachteile beseitigt werden. "Da Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren gegenüber vergleichbaren konventionellen Fahrzeugen einen höheren Bruttolistenpreis aufweisen, würde die Anwendung der Ein-Prozent-Regel dazu führen, dass der Nutzer eines elektrischen Dienstwagens einen deutlich höheren geldwerten Vorteil zu versteuern hätte - bei einem im besten Fall ähnlichen Nutzwert", so die NPE.

Den Kostennachteil von rund 7 000 Euro gegenüber konventionellen Fahrzeugen soll der NPE zufolge durch eine sogenannte Dienstwagen-Malus-Kompensation mit mehr als 5 000 Euro bezuschusst werden - Geld, das laut Umweltexperten anders besser angelegt wäre. "Diese Empfehlungen sind nicht geeignet, den Verkehr durch die intelligente Nutzung der Elektromobilität umweltverträglicher zu gestalten", sagt Kerstin Haarmann, Bundesgeschäftsführerin des ökologischen Verkehrsclub VCD.

Der VCD fordert, sich bei Elektromobilität nicht allein auf einen Austausch der Antriebsarten beim Auto zu konzentrieren. Das Konzept müsse vielmehr in ein intelligentes System aus Nahverkehr und Zweiradmobilität integriert werden.

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