Leasing
Die Wurzeln des Leasing im babylonischen Ochsenhandel

Das Leasing ist eine Jahrtausende alte Erfolgsgeschichte. Schon der Herrscher von Babylonien glaubte an das Prinzip. Die Deutschen brauchten hingegen lange, um sich vom Leasing überzeugen zu lassen.
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FrankfurtDie Geschichte des Leasing führt in ferne Länder und alte Zeiten. In den Orient, wo die Sumerer bereits 3000 Jahre vor Christi Geburt geleast haben sollen. Bauern, die einen Teil ihrer Ländereien im Zweistromland, dem heutigen Irak, nicht selbst nutzen konnten, haben dieses gegen eine bestimmt Gebühr „verliehen“. Aus dieser Region, genauer gesagt aus Babylonien, stammt auch das erste Gesetz, das sich mit dem Thema Leasing beschäftigte, freilich ohne, dass es damals so genannt wurde.

Dieses Gesetz, von Historikern auf das Jahr 1700 v. Chr. datiert, wurde nach Hammurapi benannt, einem der mächtigen Herrscher Babyloniens. Darin ging es zuförderst um die Vermietung von Ochsen – in diesen frühen Tagen wahrlich ein Streitthema. Nachzulesen ist im Gesetzestext unter anderem, dass, falls ein Ochse durch einen Löwen getötet werde, allein der Eigentümer – und nicht der Mieter – das Risiko trage. Sollte das Tier dagegen durch einen Gott geschlagen werden oder eine Krankheit erleiden, müsse sich, so sieht es das Hammurapi vor, der Mieter „vor Gott frei schwören“.

Bevor das Leasing zu dem wurde, was heutige Generationen darunter verstehen, musste aber viel Wasser Euphrat und Tigris hinunter laufen.

Das Jahr 1877 ist so etwas wie die moderne Geburtsstunde dieser heute für viele Firmen so wichtigen Finanzierungsform. Die Bell Telephone Company, ein US-amerikanisches Unternehmen, hatte damals die bahnbrechende Idee, ihre Telefone nicht zu verkaufen, sondern zu vermieten. Und es dann auch Leasing zu nennen.

Weitere Firmen schlossen sich an, etwa die United Shoe Machinery Corporation, die ihre vergleichsweise teuren Maschinen an die Schuhmacher und Schuhreparaturbetriebe im Land verlieh – und dafür eine entsprechende Gebühr kassierte. Oder International Business Machines, kurz IBM, noch heute einer der weltweit bekannten US-Konzerne. IBM begann Anfang des 20. Jahrhunderts damit, seine Büromaschinen zu verleasen.

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Der entscheidende Durchbruch gelang in den USA

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