Volle Auftragsbücher
Das Leasinggeschäft legt wieder kräftig zu

Deutsche Unternehmen stecken wieder mehr Geld in ihre Dienstwagen. Das merken vor allem die Leasinggesellschaften, deren Geschäft in der Finanzkrise eingebrochen war. Vor allem deutsche Fabrikate sind gefragt.
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Bad HomburgNach den Krisenmonaten verdient die Leasingbranche nun wieder ordentlich mit Fahrzeugen, die sie für begrenzte Zeit an große Unternehmen vermietet. Das Flottengeschäft habe sich zuletzt gut entwickelt, sagte Kai Ostermann, der Chef der Deutschen Leasing dem Handelsblatt. Der Bundesverband Deutscher Leasingunternehmen (BDL) meldete jüngst sogar „Rekordwartezeiten bei KFZ-Bestellungen“.

In der Krise hätten die Firmen ihre Wagen drei oder sechs Monate länger laufen lassen als nötig. Aber jetzt kämen sie an die Grenze des wirtschaftlich Sinnvollen, sagte Ostermann. So sei etwa bei 150.000 Kilometern der Austausch einfach richtig.

Die Unternehmen fragen vor allem deutsche Fabrikate nach

„Seitdem die Auftragsbücher der Unternehmen wieder gut gefüllt sind, schaffen sie auch wieder neue Dienstwagen an“, stellt auch Horst Berger vom Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (AKA) fest. Gut ablesen lässt sich das auch an den Zulassungszahlen für das erste Quartal. Das Kraftfahrzeugbundesamt registrierte in den ersten drei Monaten bei den Fuhrparks ein Plus von 20,6 Prozent. Gefragt sind in deutschen Unternehmen vor allem deutsche Fabrikate wie Audi, BMW oder Daimler.

Aus Sicht der Leasinggesellschaften kommt der Aufschwung gerade zur rechten Zeit, denn traditionell entfällt mehr als die Hälfte des Neugeschäfts auf die Firmenflotten. Ostermann rechnet nun bei der Deutschen Leasing mit einem Zuwachs von etwa neun bis zehn Prozent. Auch in der Breite nehme das Kerngeschäft mit dem Mittelstand spürbar zu - insbesondere mit der verarbeitenden Industrie. Das Privatkundengeschäft drehe man dagegen eher zurück.

Zuletzt war die Branche deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So wuchs der Leasingmarkt 2010 um gerade einmal vier Prozent. Das Neugeschäft lag laut Angaben des Bundesverbands Deutscher Leasingunternehmen (BDL) bei rund 44 Milliarden Euro. Während andere Branchen, der Maschinenbau etwa, kräftig vom Konjunkturaufschwung profitierten, mussten sich die Leasinggesellschaften bescheiden.

Viele Unternehmen hatten in der Krise und den Monaten danach Investitionen aufgeschoben oder sie aus den Reserven in der Kasse bezahlt statt zu mieten. Mittlerweile habe sich die Situation aber normalisiert, sagt Ostermann. „Der Aufschwung, den wir seit geraumer Zeit beobachten, verstetigt sich; es wird wieder geleast.“

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Die Abwrackprämie hatte das Geschäft der Leasingfirmen belastet

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