Lebensmittel-Branche
Ifco Systems geht an australischen Logistik-Konzern

Der deutsch-niederländische Lebensmittel-Logistik-Spezialist Ifco Systems wird für insgesamt 923 Millionen Euro an den australischen Konkurrenten Brambles verkauft. Der zahlt 13,50 Euro je Aktie.
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HB DÜSSELDORF. Ifco Systems geht an den australischen Logistik-Konzern Brambles - und zwar für insgesamt 923 Millionen Euro. Der Finanzinvestor Apax Partners, dem 93,4 Prozent an Ifco gehören, hat seine Anteile bereits an Brambles verkauft, wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte. Apax hatte im Mai versucht, über eine Platzierung eines großen Teils seiner Aktien bei Ifco auszusteigen, war aber in die Wirren der Griechenland-Schuldenkrise geraten und hatte den Plan wieder zurückgezogen.

Ifco Systems mit Sitz in den Niederlanden und der Verwaltung in Pullach bei München betreibt ein Mehrweg-System mit 112 Millionen wiederverwendbaren Kunststoffkisten zum Transport von Obst und Gemüse vom Erzeuger zum Einzelhandel. In den USA verleiht das Unternehmen mit 4000 Mitarbeitern auch Transportpaletten aus Holz.

2009 setzte Ifco 736 Millionen Dollar um, das operative Ergebnis (Ebitda) lag bei 129 Millionen Dollar. Im Geschäftsjahr 2010/11 (Ende Juni) soll es nach Angaben von Brambles auf 170 Millionen Dollar steigen. Brambles ist der weltgrößte Paletten-Hersteller, ist aber auch in der Akten-Archivierung und -Vernichtung tätig.

Die Australier verfügen nach eigenen Angaben insgesamt über 95,9 Prozent an Ifco Systems und bieten den übrigen Aktionären je 13,50 Euro für ihre Anteilsscheine. Das sind 20 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Freitag in Frankfurt. Ziel sei es, Ifco von der Börse zu nehmen. Die Offerte entspricht einem Börsenwert von 696 Millionen Euro, dazu kommen 227 Millionen Euro Schulden, die Brambles ebenfalls übernimmt.

Der Private-Equity-Investor Apax kommt mit dem Verkauf nach Australien besser weg als es bei einer Platzierung über die Börse zu erwarten gewesen wäre. Apax war 2003 günstig bei Ifco eingestiegen. Das 2000 an die Börse gebrachte Unternehmen, das bis dahin zur Logistikgruppe Schoeller gehörte, war unter seinen hohen Schulden fast zusammengebrochen. Die Anleihegläubiger tauschten damals ihre Papiere in Aktien und verkauften diese schließlich an Apax.

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