Lebensmittel-Multi
Kraft Foods legt beim Gewinn deutlich zu

Der US-Nahrungsmittelkonzern Kraft Foods hat im dritten Quartal beim Gewinn ordentlich zugelegt. Das Management meisterte den Umgang mit gestiegenen Rohstoffkosten besser als von Analysten gedacht.
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Northfield Die Kunden scheinen dem Lebensmittel-Multi Kraft Foods seine Preiserhöhungen zu verzeihen. Die Konsumenten schlugen trotzdem bei Milka-Schokolade oder Philadelphia-Frischkäse zu und füllten dem US-Konzern damit im dritten Quartal die Kasse.

Der Nahrungsmittelkonzern Kraft Foods hat im dritten Quartal einen Gewinnzuwachs von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet auf unterm Strich 922 Millionen Dollar. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stieg der Gewinn von 754 Millionen Dollar (546 Millionen Euro) im dritten Quartal 2010 auf 922 Millionen Dollar (668 Millionen Euro) in diesem Jahr.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar (9,6 Mrd Euro). Kraft habe zulegen können, „obwohl wir die Preise deutlich anheben mussten, um die auf Rekordniveau gestiegenen Rohstoffkosten auszugleichen“, sagte Firmenchefin Irene Rosenfeld am Mittwoch am Firmensitz in Northfield im US-Bundesstaat Illinois.

Das Management meisterte den Spagat besser als von Analysten gedacht und hob überdies noch die Prognose für das Gesamtjahr an. Nachbörslich stieg die Aktie leicht. Der Lebensmittel-Multi befindet sich im Dauerumbau. Zuerst hatte Kraft die britische Traditionsfirma Cadbury im Jahr 2010 geschluckt und war dadurch näher an den Weltmarktführer Nestlé herangerückt. Die Eingliederung kostete aber auch zahlreiche Arbeitsplätze.

Und nun will Firmenchefin Rosenfeld das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft abspalten. Ihrer Meinung nach kann der gewichtige Konzernteil alleine besser gedeihen.

Sie trennt sich immerhin rund einem Drittel des gesamten Geschäfts. Doch selbst nach dieser Diät bleibt Kraft Foods ein Riese mit einem Jahresumsatz von 32 Milliarden Dollar. Der Konzern konzentriert sich künftig in Nordamerika auf Snacks und Süßwaren wie Oreo- und Lu-Kekse und behält überdies das komplette internationale Geschäft. 

Für Kunden in Europa und den Rest der Welt ändert sich dadurch am Ende gar nichts: Auch weiterhin werden Philadelphia oder Miracle Whip in deutschen Supermarktregalen von Kraft kommen, genauso wie Milka-Schokolade oder Jacobs-Kaffee. 

Die Bekanntgabe der Aufspaltung im August kam bei den Börsianern gut an. Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis aus einer Kraft zwei geworden sind: Konzernchefin Rosenfeld will die Trennung bis Ende 2012 über die Bühne bringen, dafür müssen aber noch die Behörden und der Verwaltungsrat endgültig zustimmen. Dann erhalten die jetzigen Kraft-Aktionäre Anteile an beiden Firmen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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