Lebensmittelhändler
Penny macht Rewe zu schaffen

Der Rewe-Konzern hat erstmals mehr als 40 Milliarden Euro umgesetzt. Obwohl 2011 der Gewinn durch den Discounter Penny belastet wurde und sank, peilt Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Übernahmen an.
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Düsseldorf/KölnDer Rewe-Konzern hat seinen Umsatz 2011 um 3,4 Prozent auf 40,3 Milliarden Euro gesteigert, ein Drittel davon wird im Ausland erzielt. Zu Jahresbeginn 2012 wuchs er von Januar bis März mit 5,1 Prozent noch schneller, wie das Unternehmen am Dienstag in Köln mitteilte. Zusammen mit selbstständigen Einzelhändlern näherte sich der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr mit 48,4 Milliarden Euro sogar der 50-Milliarden-Euro-Marke.

Der Konzerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr allerdings um fast elf Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. Die Restrukturierung des Discounters Penny belastete Rewe mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Zum Netto-Gewinn äußerte sich Rewe nicht - Vorstand Norbert Fiebig signalisierte aber, dass Rewe auch unter dem Strich trotz der Belastungen noch schwarze Zahlen schrieb: Das Eigenkapital sei im vergangenen Jahr um rund 300 Millionen Euro auf 4,7 Milliarden Euro ausgebaut worden.

Das Sorgenkind des Konzerns, Penny, kommt Deutschlands zweitgrößten Lebensmittelhändler teuer zu stehen, obwohl die Discountsparte 2011 beim Umsatz um 3,6 Prozent zulegte. Rewe-Chef Alain Caparros sagte am Dienstag bei der Präsentation der Konzernzahlen nach einem vorab verbreiteten Manuskript: „Es liegt noch ein längerer Weg vor uns, bis Penny in Deutschland insgesamt wieder auf profitablem Kurs ist.“

Penny hat nach früheren Angaben 2011 rote Zahlen geschrieben und ist Deutschlands Nummer vier nach Aldi, Lidl und Netto. Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Erst 2015 werde die Tochter voraussichtlich wieder schwarze Zahlen schreiben, sagte der zuständige Konzernvorstand Jan Kunath. Rewe hat aber laut Caparros die Kraft, „einen Turnaround wie Penny in Deutschland zu stemmen und zugleich die erfolgreiche Entwicklung unserer Wachstumssparten mit unverminderter Dynamik voranzutreiben“.

Er will Penny nicht zur Disposition stellen: „Es gibt keine Rewe Group ohne Penny in Deutschland.“ Rewe werde sich nicht aus einem Segment zurückziehen, dass 40 Prozent des deutschen Lebensmittelmarkts ausmache. Auch wenn dies vielleicht die härteste Branche im gesamten europäischen Lebensmitteleinzelhandel sei. National wuchs der Umsatz des Discounters allerdings nur um 1,9 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro, während er in den Auslandsmärkten Bulgarien, Italien, Österreich, Rumänien, Ungarn und Tschechien viel stärker um 6,8 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zulegte.

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Kommentare zu " Lebensmittelhändler: Penny macht Rewe zu schaffen"

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  • hehe..das stimmt.Habs glattweg überlesen.

  • Aus Protest lege ich einen Fastentag ein.

  • @ Tabu
    Vielleicht hätten sie vor dem Kommentar den Artikel lesen sollen - Penny gehört zu Rewe.
    Und die Tante-Emma-Läden sind verschwunden, weil die Konsumenten auf dem billich-willich Trip sind.

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