Lebensmittelhandel: Rewe-Chef wirft Aldi „Wertvernichtung“ vor

Lebensmittelhandel
Rewe-Chef wirft Aldi „Wertvernichtung“ vor

Rewe-Chef Alain Caparros ist sicher: „Solange die Discounter mit Umsatz und Kundenzuwachs nicht zufrieden sind, werden sie weiter an der Preisschraube drehen.“ Für die Supermarktkette könnte das teuer werden.
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KölnViermal hat Discount-Marktführer Aldi in diesem Jahr bereits den Rotstift bei den Preisen angesetzt: Das ärgert den zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändler Rewe. „Das ist Wertvernichtung“, sagt Rewe-Chef Alain Caparros. Allein die von Aldi angestoßenen Preissenkungen bei Eiern hätten das Unternehmen beim Rohertrag mehrere Millionen Euro gekostet. Doch eine Alternative dazu, den Preisvorgaben des Discounters zu folgen, sieht der Manager nicht. „Wir sind in einer Preisspirale, in der wir mitschwimmen müssen.“

Für die Verbraucher könnte dies in den nächsten Monaten weitere Einsparungen bringen. „Solange die Discounter mit Umsatz und Kundenzuwachs nicht zufrieden sind, werden sie weiter an der Preisschraube drehen“, ist Caparros überzeugt.

Für ihn ist offensichtlich: Die Entwicklung der Discounter geht immer mehr in Richtung Vollversorger. „Wir werden immer discountlastiger und die Discounter immer supermarktlastiger“, meint Caparros. „Irgendwann treffen wir uns. Die Frage ist, ob die Begegnung brutal sein wird oder nicht.“

Der zur Rewe-Gruppe gehörende Discounter Penny, die Nummer vier unter Deutschlands Billiganbietern hinter Aldi, Lidl und Netto, schreibt unterdessen weiter rote Zahlen. Erst 2016 werde Penny wohl wieder in die Gewinnzone zurückkehren, sagte Caparros. Dennoch zeigte sich der Manager zufrieden mit der Entwicklung bei dem Tochterunternehmen. Trotz der harten Konkurrenz durch die Rivalen Aldi und Lidl sei Penny 2013 auf vergleichbarer Fläche genauso stark gewachsen wie die Supermärkte der Gruppe und liege im Plan.

Für die Rewe-Gruppe insgesamt zog Caparros eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. „Wir konnten 2013 mit Rewe in Deutschland stärker als der Markt wachsen und sind zufrieden mit all unseren Sparten.“ Die klassischen Supermärkte seien weiter eine Erfolgsstory. Das gleiche gelte für die Baumärkte, die nicht zuletzt von der Praktiker-Pleite profitierten. Auch die Touristiksparte entwickele sich stark. „Unser Auslandsgeschäft läuft auch sehr gut. Kurz: Wir sind glücklich“, sagte der Manager. Genaue Zahlen zur Geschäftsentwicklung will Rewe am 27. März veröffentlichen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • " Für Eier von freilaufenden Hühnern würde der deutsche Kunde 50ct bezahlen, aber es gibt sie bei REWE nicht."
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    Hallo!? "Der deutsche Kunde" bezahlt garantiert keine 50¢ für ein Ei. Das zahlen höchsten Ökosektierer mit zuviel Geld, um sich ein gutes Gewissen zu kaufen. Alles über 12...14¢ ist von Übel und Gift für die Haushaltskasse.
    Die großen Discounter machen es genau richtig: Ordentliche Qualität für einen ordentlichen Preis, und nicht Apothekenpreise für schlechte Ware.

  • flexiblebird hat vollkommen recht, Qualität plakatieren, entsprechende Preise aufrufen und tatsächlich keine bessere Qualität liefern.
    Insgesamt eine Entwicklung auch in anderen Bereichen insbesondere z.B. Mode, teure Marke, teure Hemden, aber kein Qualitätsplus mehr, von dieser Entwicklung habe ich die Schnauze voll.

    Rewe jammert, Edeka jammert nicht und dürfte als Vollsortimenter ebenso die Entwicklung bei Aldi im Blick haben. Soweit wie einige hier, als Verbraucher den güntigen Preis zu ignorieren, wer der Erzeuger, gehe ich nicht, die Erzeuger können sich auch andere Vertriebswege suchen, müssten sich ja nicht auf die großen Konzerne einlassen, die die Abnahme der ganzen Ernte garantieren können, dass ist natürlich bequem. Wenn ich ein Produkt günstig bekommen kann und es soweit nachvollziehbar qualitativ in Ordnung ist, nehme ich logisch das günstigere Produkt.

  • Bei REWE ist dies z.T. abhängig von den jeweiligen Marktbetreibern (z.B. regionale Angebote), aber im Grunde haben Sie recht ! Die meisten Standard (Eigen-)markenprodukte werden schlicht zu einem sehr viel höheren Preis ohne Mehrwert für den Kunden verkauft. Und der Glaube z.B. an fairere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter wurde ja auch schon weitgehend aufgelöst...

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