Lebensmittelkonzern
Heiner Kamps kehrt zurück

Vor zwei Jahren sah es so aus, also ob Heiner Kamps weg vom Fenster wäre. Er trat seine angeschlagene Bäckereikette an den italienischen Nudelkonzern Barilla ab. Doch nun ist der Unternehmer wieder da. Er plant Großes und hat sich dafür prominente Verstärkung geholt.

BREMERHAVEN. Der ehemalige Großbäcker Heiner Kamps schmiedet mit dem Molkereiunternehmer Theo Müller und weiteren Privatinvestoren einen neuen Lebensmittelkonzern in Deutschland. Herzstück hierfür ist die Luxemburger Kamps Food Retail Investment. „Die Holding dient als Plattform für weitere Zukäufe“, sagte Kamps.

Nähere Einzelheiten will der 50-jährige Manager Ende Januar in Düsseldorf nennen. An der Holding hält Kamps nach eigenen Angaben die Mehrheit. Weitere Anteile besitzt die Finanzholding des Molkereiunternehmens Müller Milch. Erste Akquisition der Kamps Holding war die Fast-Food-Kette Nordsee. Für das Unternehmen hat Kamps ehrgeizige Ziele: Er will Nordsee von einem reinen Fast-Food-Anbieter zu einer breiter aufgestellten Gastronomiekette umbauen. Dabei setzt Kamps auf ein Premiumkonzept, um das norddeutsche Unternehmen auf Wachstumskurs zu trimmen. So sollen Nordsee-Restaurants künftig auch höherwertige Produkte anbieten. Darüber hinaus plant Kamps, die Produktpalette mittelfristig durch Zukäufe zu erweitern. „Ich kann mir vorstellen, dass Nordsee Unternehmen aus der Feinkostbranche übernimmt“, sagte Kamps.

Auch im Ausland soll Nordsee mittelfristig expandieren. Hier hat der neue Eigentümer vor allem Osteuropa im Visier. „Wir sind in Slowenien und Tschechien aktiv“, sagt Kamps. In Deutschland betreibt die Kette 367 Filialen, in Österreich 45.

Kamps hatte das Bremerhavener Unternehmen von der Beteiligungsgesellschaft Apax Partners erworben. Als Kaufpreis waren damals rund 150 bis 200 Mill. Euro im Gespräch. Bei der Übernahme hat ihn das japanische Geldhaus Nomura unterstützt. Es ist nach Angaben von Kamps mit rund 20 Prozent an der norddeutschen Fischkette beteiligt. Der japanische Finanzinvestor kann laut Kamps ohne dessen Genehmigung nicht bei Nordsee aussteigen. „Dies habe ich vertraglich geregelt“, sagte Kamps. Er wolle damit die Fehler der Vergangenheit vermeiden. Den von ihm gegründeten Backkonzern musste der Großbäcker im Frühjahr 2002 nach einer unfreundlichen Übernahme an den italienischen Nudelhersteller Barilla abgeben, weil er nach eigenen Angaben hiergegen keine Vorsorge getroffen hatte. Seither suchte er nach neuen unternehmerischen Aufgaben.

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