Lebensmittelriese

Nestlé kassiert sein Wachstumsziel

Die Wirtschaftsprobleme in China und der Nudel-Skandal in Indien belasten den Lebensmittelriesen Nestlé. Der Konzern muss seine Umsatzprognose senken. Sorge bereitet auch eine Sparte, die Wachstumsmotor sein sollte.
Update: 16.10.2015 - 11:24 Uhr
Der Skandal um eine angebliche Blei-Belastung der Produkte schlägt sich im Konzernergebnis von Nestlé nieder. Quelle: ap
Maggi-Nudeln in Indien

Der Skandal um eine angebliche Blei-Belastung der Produkte schlägt sich im Konzernergebnis von Nestlé nieder.

(Foto: ap)

ZürichEinige Analysten bezeichneten den Schritt gar als „Revolution“. Nestlé gibt 2015 sein langjähriges Ziel eines organischen Umsatzwachstums von fünf bis sechs Prozent auf. In diesem Jahr dürfte der größte Lebensmittelkonzern nur um „rund 4,5 Prozent“ wachsen, teilte Nestlé mit. Auch die Neun-Monatszahlen enttäuschten, die Aktie gab rund zwei Prozent am Morgen nach. Insgesamt blieb das Wachstum „hinter unseren Erwartungen zurück“, räumte Konzern-Chef Paul Bulcke ein.

Als Gründe nannte der Konzern die anhaltenden Probleme in Indien mit Maggie-Nudeln, sowie eine langsamere Erholung in China. Zudem belasteten Rabattkosten die Dermatologie-Sparte Health Science in den USA.

Nach dem ersten Halbjahr hatte Nestlé noch eine Wachstumsbeschleunigung für das zweite Halbjahr in Aussicht gestellt. Analysten hatten auf steigende Absätze von Eis und Wasser aufgrund des heißen Sommers gehofft. Doch die Wachstumsbeschleunigung fällt nun aus. „Das organische Wachstum hat sich im dritten Quartal auf 3,7 Prozent verlangsamt nach 4,5 Prozent im ersten Halbjahr“, kommentierte Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
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Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

Platz 10 – L'Oréal
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L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

Platz 9 – Mondelez
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Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

Platz 8 – Tyson Foods
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Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

Platz 7 – AB Inbev
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Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

Platz 6 – Coca Cola
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Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

Platz 5 – JBS
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JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

Von Januar bis Ende September legte der Umsatz organisch nur um 4,2 Prozent zu, das ist 0,5 Punkte weniger, als Analysten erwartet hatten. Rechnet man die Währungseffekte durch den starken Franken noch mit hinein, sank insgesamt der Umsatz bei Nestlé von 66,2 Milliarden Franken auf knapp 65 Milliarden Franken.
Neben der starken Währung waren die Probleme in Indien ein großer Bremsklotz. „Der Verkaufstopp der Maggie-Nudeln hat den Konzern in den ersten neun Monaten 0,3 Prozentpunkte Wachstum gekostet“, sagt Finanzchef François-Xavier Roger zum Handelsblatt. Im Juni haben die indischen Behörden einen Verkaufsstopp der beliebten Maggie-Nudeln verhängt, weil sie angeblich zu hohe Bleiwerte enthielten. Unabhängige Tests fanden dagegen keine Beanstandungen.

Nestlé klagte gegen das Verkaufsverbot und gewann, doch noch immer sind die Nudeln nicht wieder im Handel. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, aber ich machen nicht die Prognose, dass es in diesem Jahr noch klappt, der Behördenweg ist sehr komplex“, erklärte Nestlé-Chef Paul Bulcke auf einer Pressekonferenz.

Nestlé muss US-Rabattpolitik ändern
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