Lebensmittelriese
Nestlé kassiert sein Wachstumsziel

Die Wirtschaftsprobleme in China und der Nudel-Skandal in Indien belasten den Lebensmittelriesen Nestlé. Der Konzern muss seine Umsatzprognose senken. Sorge bereitet auch eine Sparte, die Wachstumsmotor sein sollte.

ZürichEinige Analysten bezeichneten den Schritt gar als „Revolution“. Nestlé gibt 2015 sein langjähriges Ziel eines organischen Umsatzwachstums von fünf bis sechs Prozent auf. In diesem Jahr dürfte der größte Lebensmittelkonzern nur um „rund 4,5 Prozent“ wachsen, teilte Nestlé mit. Auch die Neun-Monatszahlen enttäuschten, die Aktie gab rund zwei Prozent am Morgen nach. Insgesamt blieb das Wachstum „hinter unseren Erwartungen zurück“, räumte Konzern-Chef Paul Bulcke ein.

Als Gründe nannte der Konzern die anhaltenden Probleme in Indien mit Maggie-Nudeln, sowie eine langsamere Erholung in China. Zudem belasteten Rabattkosten die Dermatologie-Sparte Health Science in den USA.

Nach dem ersten Halbjahr hatte Nestlé noch eine Wachstumsbeschleunigung für das zweite Halbjahr in Aussicht gestellt. Analysten hatten auf steigende Absätze von Eis und Wasser aufgrund des heißen Sommers gehofft. Doch die Wachstumsbeschleunigung fällt nun aus. „Das organische Wachstum hat sich im dritten Quartal auf 3,7 Prozent verlangsamt nach 4,5 Prozent im ersten Halbjahr“, kommentierte Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Von Januar bis Ende September legte der Umsatz organisch nur um 4,2 Prozent zu, das ist 0,5 Punkte weniger, als Analysten erwartet hatten. Rechnet man die Währungseffekte durch den starken Franken noch mit hinein, sank insgesamt der Umsatz bei Nestlé von 66,2 Milliarden Franken auf knapp 65 Milliarden Franken.
Neben der starken Währung waren die Probleme in Indien ein großer Bremsklotz. „Der Verkaufstopp der Maggie-Nudeln hat den Konzern in den ersten neun Monaten 0,3 Prozentpunkte Wachstum gekostet“, sagt Finanzchef François-Xavier Roger zum Handelsblatt. Im Juni haben die indischen Behörden einen Verkaufsstopp der beliebten Maggie-Nudeln verhängt, weil sie angeblich zu hohe Bleiwerte enthielten. Unabhängige Tests fanden dagegen keine Beanstandungen.

Nestlé klagte gegen das Verkaufsverbot und gewann, doch noch immer sind die Nudeln nicht wieder im Handel. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, aber ich machen nicht die Prognose, dass es in diesem Jahr noch klappt, der Behördenweg ist sehr komplex“, erklärte Nestlé-Chef Paul Bulcke auf einer Pressekonferenz.

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Nestlé kassiert sein Wachstumsziel

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Nestlé muss US-Rabattpolitik ändern

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