Lebensmittelskandal
Bio-Bauern fürchten um ihren Ruf

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wächst ungebrochen, doch der neue Skandal um falsche Bio-Eier schürt alte Vorbehalte: Ist wirklich überall Bio drin, wo Bio draufsteht? Öko-Bauern fürchten um ihren Ruf.
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BienenbüttelIm neuen Skandal um falsch deklarierte Eier fürchten Bio-Bauern um ihren guten Ruf. „Unsere Sorge ist, dass es jetzt wieder heißt: Bio kann man auch nicht trauen“, sagt der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Eckehard Niemann, der Nachrichtenagentur dpa. In der Arbeitsgemeinschaft haben sich vor allem kleine und mittlere Betriebe zusammengeschlossen, die sowohl ökologisch als auch konventionell wirtschaften.

„Jetzt müssen sich die Verbände deutlich von der Agrarindustrie distanzieren und entsprechende Betriebe ausschließen“, forderte Niemann. „Auch muss die viel zu lasche Bioverordnung der Europäischen Union auf den Stand der Bioverbände angehoben werden.“

Der AbL-Sprecher erläuterte, bei der Kontrolle von Legehennenbetrieben gebe es auch technische Schwierigkeiten. So sei noch kein Mittel gefunden, die Tiere zuverlässig zu zählen. „Außerdem kann man sich seine Kontrollstelle im Bio-Bereich aussuchen. Bei manchen Bio-Verbänden gibt es mir eine zu große Nähe der Verbände zu den Kontrollstellen“, sagte Niemann.

Angemeldete Überprüfungen der Bio-Kontrollstellen gebe es einmal im Jahr. Hinzu kämen unangemeldete, bei Betrieben mit mehr als 10 000 Hühnern zum Beispiel drei im Jahr. Das sei prinzipiell ausreichend. „Bei Bioland und Demeter ist man auf der sicheren Seite“, sagte Niemann. Auch Naturkostläden oder der Hofverkauf entsprechender Betriebe böten zuverlässige Einkaufsmöglichkeiten.



Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Felder sollten nicht mehr umgegraben werden, weil dies für Humus und Bodenlebewesen besser ist.

  • vor ca einem Jahr wurden italienische Produkte nach Rumänien gekarrt, dort mit falschen Bio-Zertifikaten versehen und nach Deutschland exportiert. Bis heute hat man nicht gehört, welche Händler/Marken betroffen waren. Wieso eigentlich nicht...?

    Und wieso hört man auch jetzt bei dem Bio-Eier Problem nicht, welche Händler/Marken betroffen sind?

    Bisher ging ich ausserdem davon aus, dass in Deutschland angebotene Bio- Fleisch- und Wurstwaren aus einheimischer Landwirtschaft stammen, dass ist jedoch auch nicht immer der Fall (Antwort auf meine Anfrage an einen Hersteller: "...Aufgrund der hohen Nachfrage nach Bio-Fleisch- und Wurstwaren müssen wir jedoch auch auf überregionale Angebote zurückgreifen. Überwiegend stammt das Frischfleisch aus Deutschland. Verarbeitungsware kann zum Teil auch aus angrenzenden europäischen Ländern stammen. ..." . Eine Pflicht-Angabe zum Herkunftsland waere daher wichtig, vor allem für die Verbraucher die bereit sind für Tier- und Umweltschutz mehr auszugeben. Bio-Qualitaet ist nicht in allen europäischen Ländern gleich. Zum europäischen Bio-Siegel: hier sind die Vorgaben weit weniger streng als bei den bisherigen deutschen Bio-Siegeln.

    ("Die privaten Bio-Siegel erfüllen die europäischen Vorgaben als Mindestwert. Traditionelle Bio-Siegel (Demeter, Naturland, Bioland etc.) sichern weitere höhere Standards wie einen hundertprozentigen Ökoanbau." siehe www.reformhaus.de/lebensmittel/bio-siegel-in-europa.html

  • Die ehrlichen Biobauern müssen sich bundesweit zusammenschließen und den "schwarzen Schafen" den Garaus
    machen.
    Kürzlich las ich im Kaufland, bei Real, bei Aldi und im Tegut von Bio-Gemüsen und Bio-Obst aus Spanien, Marokko,
    Portugal, Italien usw.
    Ich hoffe, daß diese Lebensmittel auch in der Logistik "biofreundlich" nach Deutschland transpotiert wurden, nämlich mit einem Fahrrad oder Segelboot.
    Sieht man den Blödsinn?

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