Lebensmittelskandal Pferdefleisch auch in deutschem Supermarkt

Der Skandal erreicht Deutschland: Zumindest an einen Händler in Nordrhein-Westfalen ist Lasagne geliefert worden, die Pferdefleisch enthalten haben soll. Auch weitere Produkte und Läden könnten betroffen sein.
Update: 13.02.2013 - 20:49 Uhr 17 Kommentare

Pferdefleischskandal erreicht Deutschland

Berlin/BrüsselDer Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln hat nun auch Deutschland und die Schweiz erreicht. In beiden Ländern gehen Ermittler dem Verdacht nach, dass als Rindfleisch ausgewiesenes Pferdefleisch auf den Teller gelangt ist. Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums in Berlin handelt es sich um verarbeitete Lasagne, die an mindestens einen Händler in Nordrhein-Westfalen geliefert wurde.

„Das ist ein krasser und schlimmer Fall von Verbrauchertäuschung", sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner am Mittwoch in Nürnberg. Es sei nicht auszuschließen, dass die Produkte auch in andere Bundesländer geliefert worden seien. Verbraucherschützer und Grüne forderten eine bessere Etikettierung von Lebensmitteln.

Das Pferdefleisch sei nach derzeitigen Erkenntnissen nicht gesundheitsschädlich, sagte Aigner. Es hätte aber als solches deklariert sein müssen. „Es muss in den Produkten drin sein, was drauf steht. Dieser Vorfall verstößt schon gegen geltende Gesetze", sagte Aigner. Ihrem Ministerium zufolge prüfen Lebensmittelkontrolleure in Nordrhein-Westfalen derzeit, ob die Waren mittlerweile vom Markt genommen seien und ob sie tatsächlich Pferdefleisch enthielten.

Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel warf den Unternehmen mangelnde Aufklärung vor. Etliche betroffene Firmen hätten frühzeitig Hinweise auf die mögliche Beimischung von nicht deklariertem Pferdefleisch gehabt, die Behörden darüber aber nicht in Kenntnis gesetzt. Die Landesregierung in NRW sei am Dienstag durch das EU-Schnellwarnsystem informiert worden, sagte Remmel.

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17 Kommentare zu "Lebensmittelskandal: Pferdefleisch auch in deutschem Supermarkt"

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  • Wieso ist wieder REAL dabei?
    Kaufen, vom vertrauenswürdigen Fleischer/Händler? Sicher richtig, aber wer hat soviel Geld, außer Millionäre und Politiker? Die Meisten sicher nicht!

  • @kuac
    In dem man sich schlau macht. Kann doch wohl nicht sein das die Volksbildung dahin geht, nicht mehr zu wissen was der Metzger vor seinen Augen in den Fleischwolf wirft.
    Aber ich habe das Gefühl, und es wird immer stärker, 30 Jahre Bildungspolitik trägt ihre Früchte. Dagegen hilft auch kein Verbraucherschutz, wenn die Verbraucher sich wirklich alles vorsetzen lassen ohne zu hinterfragen wo die Lebensgrundlagen herkommen und wie diese auszusehen haben. Wer sich jeden Dreck durch die "Fressluke" treiben läßt, muß eben auch mit Nährstoffverlusten und seinen Folgen leben. Da hilft weder Mutti, noch Aigner, noch Stiftung sonstwas.

  • Real ist bekannt dafür
    Vor ein paar Jahren war es der Gammelfleisch Skandal. Real gehört zur Metro Gruppe und dort gibt es nur eines Gewinnoptimierung egal wie...

  • Zunächst: Guten Morgen, Frau Aigner! Hinweise gab es ja wohl schon Mitte Januar, oder? Zur Qualität des Pferdefleisches: Es handelt sich kaum um alte Ackergäule. Eher um "Überbestände". In Rumänien trat um 2000 eine Pferdekrankheit auf und die Einfuhr von Pferden in die EU wurde 2003 verboten. Nach dem nun wahrscheinlich auch der Export in den Mittelmeerraum auf Grund von Protesten ebenfalls getoppt wurde (Medien haben berichtet) konnte man die Pferde nur noch schlachten und vorteilhaft verscherbeln. Leicht Dank lascher Gesetze und kontrollen und mit der nötigen kriminellen Energie!

  • Die Lieferwege scheinen vor allem bei Fleisch generell sehr ominös zu sein - das fällt bei jedem Skandal auf.
    Auch die kriminelle Energie ist - gefühlt - höher. Und das bei gleichzeitig höherer Gesundheitsgefahr und noch schlechterer Kontrollmöglichkeit durch den Verbraucher wie bei anderem.
    Mein Stichwort den Fleischkonsum drastisch zu drosseln war "Fütterung von Tieren mit Industrieabfällen", das jetzige "Pferdefleisch aus Rumänien" (das ja NIEEE irgendwelche Regeln brechen würde)ist nur noch der Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt.

    Anwenden müsste unsere Schutzministerin wirklich mal einiges, aber darauf können wir lange warten.
    Wenn man schon hört "es darf nicht ohne Konsequenzen bleiben"... Merkt die eigentlich, das das genau IHR Job
    wäre die Blutgrätsche auszupacken?

  • Betreffend die Qualität von Pferdefleisch, die mag ja prinzipiell sogar höher sein als von Rind. Aber glaubt ihr, dass selbstlose Rumänen heimlich was besseres liefern als der Händler und/oder der Kunde erwartet? Bestimmt nicht. Die Rechnung geht nur auf, wenn es sich um Fleisch von altersschwachen, kranken Ackerkleppern handelt, die eigentlich nach einem arbeitsreichen Leben kurz vor dem Weg zum Abdecker sind.

  • das wundert ich so oder so, warum man in Europa kein Hundefleisch bekommt ;) nee Spass

    ich kann nur jeden Besseresser empfehlen sich bei örtlichen Jäger zu erkundigen. Gerade in D gibt viel zu viel Wildschweine (in Ostdeutschland besonders schlimm). Aber Achtung:
    - Man bekommt die Sau dann in "Rohform", d.h. man muss da noch viel Handarbeit machen, wozu nicht jeder qualifiziert bzw. fähig ist.
    - Manche Jagdgebiete sind nachwievor radioaktiv belastet wegen Tschernobyl (z.B. Südbayern kann man vergessen).
    - Es schadet nicht das Fleisch nochmal überprüfen zu lassen.
    - Man braucht eine große Kühltruhe.
    Aber günstiger kommt man in keinem Supermarkt zu so hochwertigen Fleisch. Und außerdem ist es ziemlich umweltfreundlich: Kein unötiger CO2-Austoß durch Transport quer durch Europa, nicht mit mehr Medikamente vollgepumpt als nötig (z.B. wg Tollwut), keine Umweltbelastung durch industrielle Mastbetriebe, usw. Ein "umweltbewusster" Konsument dürfte eigentlich garkein Fleisch im Supermarkt kaufen...

  • ich habe nix gegen Pferdefleisch (hmm lecker), aber ich denke dass Verbraucher sich wenigstens darauf verlassen sollten, dass auch "drin ist was drauf steht". Dieses Motto scheint im europäischen Binnenmarkt ja noch nicht mal eine "Vision", sondern eher ein "Traum" zu sein.

    Aus irgendeinen Grund glaubt die EU, dass eine McDonaldisierung von Lebensmittel genau das seie was das Volk wolle. An diesen Missverständnis ist ökonomisch schon die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten gescheitert: Die haben auch total effizient lauter Güter hergestellt, die keiner wollte.

  • @netshadow
    "....Der Verbraucher selbst kann diesem Spuk ganz schnell ein Ende bereiten. Er muß nur dort einkaufen wo er auch sehen kann was ins Gehackte kommt...."
    --- Und wo müssen die 80 Millionen Verbraucher hin um in den Genuss des von Ihnen gepriesenen Gehacktes zu kommen? Und wie erkennt man optisch die gehackte Fleischsorte oder die Mischungsverhältnisse (zB. Rind+Pferd), wenn es sich um gemischtes Hackfleisch handelt?

  • "Und so wird sich wieder nichts ändern, die Lobby ist zu stark und der Verbraucher hat hierzulande keine Lobby!"

    Sehe ich anders, er schafft sich keine Lobby. Der Verbraucher selbst kann diesem Spuk ganz schnell ein Ende bereiten. Er muß nur dort einkaufen wo er auch sehen kann was ins Gehackte kommt, wie das Obst und Gemüse wächst und wie die Kuh auf der Weide aussieht, und seine Chips selbst röstet.
    Zeit genug hätte unsere schöne Spaßgesellschaft dazu.

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