Lebensmittelskandal
Tausende Tonnen Gammel-Käse verkauft

In Europa sind 11 000 Tonnen Gammelkäse mit frischen Produkten vermengt und in den Handel gebracht worden.

HB ROM/PARIS. Die Zeitung "La Repubblica" enthüllte am Freitag den weitverzweigten Lebensmittelskandal, der auch bis nach Deutschland reicht. "La Repubblica" berichtete unter Berufung auf Ermittlungen der italienischen Polizei, dass der Käse aus 40 italienischen, deutschen, österreichischen und britischen Milchbetrieben stammte.

An der Spitze des Netzwerks stand demnach ein 46-jähriger Sizilianer. Der verdorbene Käse - der teilweise bereits Würmer, Mäusekot oder Rückstände wie Plastik oder Farbe von Etiketten enthielt - sei vor allem zu Mozzarella, Gorgonzola oder Schmelzkäse verarbeitet und verkauft worden.

Das Geschäft lief dem Bericht der "Repubblica" zufolge vor allem über vier Firmen, drei davon mit Standort in Italien, eine mit Standort in Woringen bei Memmingen im Allgäu. An diese Firmen lieferten rund 40 Molkereien in Italien, Deutschland, Österreich und Großbritannien ihre verdorbenen Produkte.

Einige von ihnen hätten die zu Frischware umgewandelten Waren auch wieder zurück- und dann weiterverkauft. Die Ermittler nannten vor allem die Firma Galbani, den größten Käse-Exporteur Italiens. Die Ermittlungen der Polizei dauerten dem Bericht zufolge fast zwei Jahre.

Sie hat laut dem Bericht ein Dutzend Verdächtiger im Visier, drei von ihnen seien bereits festgenommen worden. Die zwischenbehandelten Produkte wurden in Supermärkten und bei Discountern verkauft. In Frankreich ordnete die Lebensmittelaufsicht am Freitag eine Rückrufaktion für Ricotta Salata an.

Untersuchungen deutscher Behörden hätten ergeben, dass in Ricotta von Onida Cosmina mit der Identifikationsnummer IT 20 169 CE Listeriose-Erreger enthalten seien, teilte das Landwirtschaftsministerium in Paris mit. Wer nach dem Verzehr Fieber oder Kopfschmerzen habe, solle einen Arzt aufsuchen, hieß es. Besonders aufmerksam sollten schwangere Frauen sein.

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