Lego, der Star aus Dänemark: Mit Bauklötzchen von einem Rekord zum nächsten

Lego, der Star aus Dänemark
Mit Bauklötzchen von einem Rekord zum nächsten

Vor gut zehn Jahren stand Lego vor dem Aus. Heute streichen die Dänen Rekordgewinne ein. Geschafft haben sie das mit einer klugen Markenführung und Hinwendung zum Digitalen. Selbst ein Windpark gehört zur Strategie.
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DüsseldorfNach nicht einmal fünf Minuten stimmt der Lego-Chef Jørgen Vig Knudstorp ein Liedchen an. „Hier ist alles super. Hier ist alles cool, denn du bist nicht allein. Hier ist alles super. Hier kann dein Traum wahr sein.“ Der Titel stammt aus dem Kinohit „The Lego Movie“. Passend dazu hüpft er in seinem mausgrauen Anzug statisch wie ein Klotzmännchen seiner Bastelmarke auf der Bühne zur Bilanzkonferenz am Mittwoch.

Knudstorp hat allen Grund zum Frohsinn. Die Zahlen, die er präsentiert sind prächtig. 15 Prozent Umsatz- und Gewinnwachstum im vergangenen Jahr. Rund 938 Millionen Euro bleiben an Profit – knapp 120 Millionen mehr als im Vorjahr. Nie ging es dem Spielwarenhersteller in seiner 83-jährigen Geschichte besser. Über eine Milliarde Euro steht dem Unternehmen an Barmitteln zur Verfügung. „Heute ist so ein Tag, an dem man aufsteht und denkt: Yes, alles ist spitze“, sagt Knudstorp und reckt die Fäuste zur Siegesgeste in die Luft.

Den Gewinn treibt die Expansion. Im vergangen Jahr entstanden neue Zentralen in Shanghai und London, Lego baute die Produktionsstätte in Monterrey aus. Mehr als 400 Millionen Euro investierte das Unternehmen allein im letzten Jahr – und will diesen Kurs fortsetzen. „Mit dem Geld, das wir an Cashflow haben, wollen wir auch künftig unser Unternehmen stärker globalisieren“, sagte Finanzvorstand John Goodwin.

Der Erfolg findet nicht nur unmittelbar in Kinderzimmern statt. Einer der größten Erfolge des Klötzchenbauers war der Kinofilm „The Lego Movie“. Nach Angaben des Filmportals „Box Office Mojo“ spielte der an den Kassen knapp 470 Millionen Dollar ein. Für 2018 ist bereits eine Fortsetzung geplant.

Im Halbjahresergebnis verhalf dieser PR-Coup den Dänen zu ungeahnten Höhen: Kurzzeitig übernahmen sie mit 2,11 Milliarden US-Dollar sogar die Führung von Mattel (2,01 Milliarden) als weltgrößter Spielwarenkonzern.

Das hat sich im Jahresergebnis zwar wieder umgekehrt – Mattel lag mit knapp 5,3 Milliarden Euro deutlich vor den knapp 3,8 Milliarden Euro der Dänen. Das betrübt den Chef des Klotz-Imperiums jedoch sichtlich wenig. Schließlich steht nicht nur ein Rekordjahr zu Buche. Es ist auch das zehnte Wachstumsjahr in Folge.

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