Lego verdient klotzig
Kleine Kunden, riesiger Gewinn

Der Siegeszug von Lego in den Kinderzimmern scheint unaufhaltsam: Umsatz und Gewinn des dänischen Spielzeugherstellers schießen in die Höhe. Wie Lego die bunten Klötzchen geschickt mit modernen Medien verknüpft.
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MünchenKleine Steine, großes Geld. Der dänische Spielwarenhersteller Lego erobert immer mehr Kinderzimmer weltweit und verdient dabei klotzig. Die Einnahmen des Familienunternehmens sind 2015 um satte 25 Prozent auf umgerechnet knapp 4,8 Milliarden Euro gestiegen. Damit wächst der Klötzchenproduzent deutlich stärker als der Rest der Branche. Zum Vergleich: Die deutschen Spielwarenhändler kamen vergangenes Jahr auf ein Plus von lediglich sechs Prozent.

„Wir haben das beste Jahr aller Zeiten hinter uns“, jubelte Lego-Chef Jørgen Vig Knudstorp am Dienstag im Hauptquartier in Billund. Was Eigentümer Kjeld Kirk Kristiansen vermutlich am meisten freuen dürfte: Der Gewinn ist sogar noch kräftiger als die Einnahmen geklettert. Unterm Strich blieben 1,2 Milliarden Euro übrig, das ist fast ein Drittel mehr als 2014.

Es ist nicht selbstverständlich, dass der Gewinn so stark zulegt. Denn die Skandinavier müssen heftig investieren, um genügend liefern zu können. In den Fabriken in Ungarn und Mexiko verdoppelt Knudstorp die Kapazität, in Tschechien steigt der Ausstoß um die Hälfte, in China baut der Manager ein ganz neues Werk, und auch am Stammsitz in Billund sind die Bauarbeiter auf dem Gelände.

Doch Knudstorp kann nicht anders. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft hatte Lego wieder einmal Mühe, die Bestellungen der Händler überhaupt abzuarbeiten. Kein Wunder, die Firma betreibt ein komplexes Geschäft: Insgesamt 72 Milliarden der bunten Plastikteile hätten die Maschinen vergangenes Jahr ausgespuckt, teilte Knudstorp sichtlich stolz mit. Damit habe die Marke mit ihren Bausätzen weltweit 100 Millionen Kinder erreicht.

Kein anderes großes Spielzeuglabel ist auch nur annähernd so erfolgreich wie Lego. Im Gegenteil: Die global wichtigsten Konkurrenten, die US-Konzerne Hasbro und Mattel, loten angeblich sogar eine Fusion aus, berichteten jüngst US-Medien. Der Grund: Es fällt den Amerikanern immer schwerer, aus eigener Kraft zu wachsen. Die wichtigsten deutschen Konkurrenten Playmobil und Simba-Dicke sind mit Umsätzen von rund 600 Millionen Euro weit abgeschlagen.

Trotz der guten Zahlen heben Knudstorp und seine Mannschaft nicht ab.

Kommentare zu " Lego verdient klotzig: Kleine Kunden, riesiger Gewinn"

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  • Der Siegeszug von Lego in den Kinderzimmern scheint unaufhaltsam: Umsatz und Gewinn des dänischen Spielzeugherstellers schießen in die Höhe.

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    Wenn da nicht so vieles kopiert werden würde...

    wie etwa aus CHINA...

    dann könnten die Gewinne noch viel höher sein.


  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Ich finde es toll, dass die Kleinen noch mit herkömmlichem Spielzeug beschäftigt sind - und nicht nur am Computer herumhängen!

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