Leichte Erholung
Aufschwung am Beteiligungsmarkt

Die Private-Equity-Häuser geben sich optimistisch: Die Erholung an den Börsen färbt auf die Finanzinvestoren ab. Sorgenfrei ist die Branche allerdings bei weitem nicht.
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FrankfurtDie seit Ende vergangenen Jahres zu beobachtende Besserung auf dem deutschen Markt für Beteiligungskapital hat sich im ersten Quartal 2012 fortgesetzt. Der wichtigste Pulsmesser für die Branche, das "German Private Equity Barometer", ist in den ersten drei Monaten deutlich um 6,8 Zähler auf jetzt 42,8 Punkte gestiegen. Haupttreiber für den Optimismus sind die Wachstumsaussichten trotz der Staatsschuldenkrise und eine zumindest vorübergehende Beruhigung in der Staatsschuldenkrise. Branchenkenner warnen jedoch noch vor zu viel Euphorie.

Der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Norbert Irsch, etwa sagt: "Die deutliche Verbesserung der Stimmung ist zwar erfreulich, aber noch mit Vorsicht zu beurteilen." Denn die positive Entwicklung basiere stark auf der Hoffnung, dass die Finanzmärkte sich weiter beruhigten.

Auch der Branchenverband BVK spürt eine Entspannung bei Private Equity. Man sei zuversichtlich, "dass die optimistischen Erwartungen der Beteiligungsgesellschaften an den Geschäftsverlauf auch erfüllt werden. Leider bleiben aber vor allem gesamtwirtschaftliche und politische Unsicherheiten", meint BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs. Die KfW und der BVK erstellen das Barometer gemeinsam, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Die Beteiligungsfonds haben sich als Finanzierungsquellen für große Übernahmen und als Geldgeber für den Mittelstand in Deutschland mittlerweile etabliert. Sie verschaffen ohne aufwendige Börsengänge Zugang zu liquiden Mittel. Die Kapitalgeber können private oder institutionelle Anleger sein, häufig sind es Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Derzeit verhandelt der Finanzinvestor Capcellence über einen Verkauf des Messgeräteherstellers Qundis an HG Capital im Volumen von 150 bis 200 Millionen Euro. Und der Mehrheitsaktionär des Besteckherstellers und Gastronomieausrüsters WMF, der Finanzinvestor Chrystal Capital, prüft die Optionen für die Beteiligung an den Schwaben, die die Schweizer bereits seit 2006 halten. Interesse wird vor allem von anderen Private-Equity-Firmen erwartet. Das gesamte verwaltete Kapital der deutschen Beteiligungsgesellschaften belief sich Ende 2011 auf 37,2 Milliarden Euro, die Zahl der finanzierten Unternehmen lag bei 1 262.

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