Letzte Praktiker-Tochter
Überlebenschance für Max Bahr

Die verbliebenen Baumärkte der Kette Max Bahr werden offenbar gerettet. Die Supermarktkette Globus einigt sich Medienberichten zufolge in letzter Minute auf einen Kauf der Häuser samt aller Waren.
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Frankfurt58 der verbliebenen 73 Max-Bahr-Baumärkte stehen offenbar vor der Rettung. Die saarländische Supermarktkette Globus habe sich mit dem Eigentümer der Baumarkt-Immobilien, der britischen Royal Bank of Scotland (RBS), in letzter Minute auf einen Kauf der Häuser geeinigt, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person am Dienstag. Die Verträge sollten am Mittwoch unterschrieben werden. "Es sieht gut aus, die Tinte ist aber noch nicht trocken", sagte ein zweiter Insider.

Damit könnten rund 3000 Arbeitsplätze erhalten werden. Die Einigung mit der RBS hatten die Gläubiger von Max Bahr und Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder zur Bedingung für einen Verkauf an Globus gemacht. Auch das "Hamburger Abendblatt" berichtete vorab über eine Einigung.

Globus werde die Baumarktkette unter der angestammten Marke Max Bahr und den Warenbestand übernehmen, hieß es in den Kreisen. Der in St. Wendel ansässige Familienkonzern betreibt 79 Baumärkte unter den Markennamen Globus und Hela. Hätten sich die Bank und Globus nicht geeinigt, hätte am Mittwoch in allen Max-Bahr-Märkten der Schlussverkauf begonnen. Die RBS und der Insolvenzverwalter wollten sich nicht zu den Informationen äußern, Globus war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Max Bahr ist der letzte Teil von Praktiker in Deutschland, der nach der Pleite der Baumarktkette noch eine Überlebenschance hat. In den übrigen rund 230 Baumärkten läuft der Ausverkauf bereits. Ein Verkauf von Max Bahr an den Dortmunder Konkurrenten Hellweg war vor gut einer Woche an der fehlenden Einigung mit dem Vermieter gescheitert.

Auch mit Globus hatte sich die RBS nicht auf die Mieten einigen können - der Ausweg nun: Der künftige Eigentümer kauft die Immobilien, deren Wert auf gut 400 Millionen Euro geschätzt wird, statt sie zu mieten. Für die RBS geht es bei der Transaktion um eine Minimierung ihrer Verluste. Sie hatte einem Investmentfonds Geld für den Kauf der Häuser gegeben, der aber 2012 Pleite ging.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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