Letzte Verhandlungen
Niki Lauda steigt bei Aero Lloyd Austria ein

Lauda wird eigenen Aussagen zufolge 51 Prozent der Aero-Lloyd-Austria vom bisherigen Mehrheitseigentümer Michael Wolkenstein kaufen. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Für den Neustart der Fluggesellschaft würden vier Millionen Euro frisches Kapital benötigt, das er selbst aufbringen wolle.

HB DÜSSELDORF. Sollte Lauda seine Pläne umsetzen können, könnten die Flugzeuge der österreichischen Aero Lloyd möglicherweise bald wieder starten. Aero Lloyd Austria ist eine Tochter der insolventen deutschen Ferienfluggesellschaft Aero Lloyd. Allerdings kündigte Lauda am Mittwoch in Wien an, zunächst nur mit zwei Flugzeugen zu beginnen. Für den Großteil der überschuldeten Aero Lloyd wird derzeit weiter mit Investoren verhandelt.

Über die genaue künftige Anteilsverteilung bei der österreichischen Tochter-Airline sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Lauda vor Journalisten in Wien. „Ich habe den Anteil von Michael Wolkenstein plus etwas mehr übernommen“, sagte Lauda. Wolkenstein hielt bisher einen Anteil von 51,25 %an Aero Lloyd Austria. Die deutsche Aero Lloyd hielt die übrigen Anteile. Aus Branchenkreisen verlautete zuvor, Lauda werde etwa drei Viertel an Aero Lloyd Austria halten.

Aero Lloyd weist unterdessen darauf hin, dass die Verträge noch nicht in trockenen Tüchern sind. Einige Details seien noch offen, sagte ein Sprecher von Aero Lloyd am Mittwoch in Frankfurt. Bislang liege lediglich eine Absichtserklärung vor.

Lauda sagte, er wolle den Flugbetrieb mit zwei Flugzeugen beginnen und ab Sommer 2004 unter Umständen mit vier Flugzeugen arbeiten. Dies hänge noch davon ab, ob Verträge von Aero Lloyd Austria übernommen werden können, hieß es ohne genauere Angaben.

„Ein Neustart für so ein Unternehmen kostet vier Millionen Euro“, sagte Lauda. Die neue Airline - laut Lauda „eine Billigairline mit Qualität“ - solle vorerst nur vom Flughafen Wien aus operieren. Aero Lloyd Austria hat Lauda zuvor als „Wunschpartner“ bezeichnet. Der 54-Jährige hatte bereits einmal mit der Lauda Air eine Fluggesellschaft gegründet und diese bis 2000 betrieben. Lauda verhandelt derzeit noch mit den Reisekonzernen TUI und Thomas Cook über einen Fortbestand von deren Verträgen mit Aero Lloyd Austria.

Die Ferienfluggesellschaft Aero Lloyd mit insgesamt 21 Flugzeugen mit Sitz in Oberursel bei Frankfurt hatte vor gut zwei Wochen wegen Überschuldung den Flugbetrieb sämtlicher 21 Flugzeuge in Deutschland und Österreich eingestellt. Die österreichische Tochter ist allerdings nicht vom Insolvenzverfahren betroffen und könnte den Flugbetrieb daher schneller wieder aufnehmen.

Die BayernLB mit 66 % Haupteigner der Aero Lloyd, hatte einen Sanierungsplan für die Fluggesellschaft abgelehnt und den Insolvenzantrag ausgelöst. Eine vollständige Rettung von Aero Lloyd mit 1 400 Beschäftigten gilt als schwierig. Neben den Investoren-Gesprächen laufen Verhandlungen über Bürgschaften sowie eine Reduzierung der vergleichsweise hohen Leasingraten für den Großteil der Flugzeuge.

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